Restaurantkritik: Bread & Roses in Düsseldorf,

  • Autor: Stefan Chmielewski

Volker will’s wieder wissen! Nach etlichen Jahren in der Düsseldorfer Renommeeadresse Victorian und einem geplatzten Engagement hat er seinen eigenen Laden in innerstädtischer Randlage eröffnet. Dass das gut so ist, weiß der Gast spätestens, wenn er nicht aufhören kann, die intensive Umami Bolognese mit Anis-Champignons, Rucola und Parmesan in sich hineinzulöffeln. Intensiv und aromenstark bedeutet bei Drkosch erfreulicherweise nicht salzig und überwürzt. Diese Präzision zeigt auch – ebenfalls Abteilung moderne Klassik – das gute Secreto vom Glehner Landschwein aus niederrheinischer Aufzucht, begleitet von Felsenoktopus, Borlotti-Bohnen und Artischocken. Beim Einkauf des auf den Punkt reifen Fruchtgemüses für Vergessene Tomaten mit violetten Basilikumblüten, Zucchini und Büffelmozzarella kann man den Koch morgens noch auf dem lokalen Bauernmarkt antreffen. Regional ist aber gar nicht das Thema. Sondern eher eine zeitgemäß lässig-lecker-leichte Küche, wenn es wie beim Tatar von der argentinischen Rotgarnele mit Avocado, Goldhirse und Zitronensorbet aus der Raw Corner originell zugeht. In diesem Glückslabor wird ohne doppelten Boden gekocht: Das kleine Team hat in der offenen Küche hinter einer Theke im eh schon winzigen Restaurant arg begrenzt Platz. Das gilt auch für die Gäste, die von Michael Noack in seiner unnachahmlichen Art betreut werden. Er hat den schwarzen Anzug und die Fliege aus dem Victorian gegen ein offenes Hemd zur Jeans getauscht und schenkt Entdeckungen und Altbekanntes zu zivilen Preisen ein.

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Bread & Roses: Es steckt immer noch viel Drkosch drin

Bread & Roses


Düsseldorf
Gerresheimer Str. 12
www.breadroses.de

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