Beluga

Beluga – Hans van Wolde (**/19,5 GM) – Maastricht/Niederlande

 

Majestätisch-futuristisch mutet das Gebäude an, das sich direkt an der Maas befindet. Nach dem Betreten setzt sich der Eindruck fort: sehr modern und extrem durchgestylt, mit einer Bar und Lounge, die in einen lichten, fast hallenartigen Restaurantbereich übergeht. Ein wahrer Gourmettempel, der jeder Metropole gut stehen würde.

Am Herd steht Hans van Wolde, der sein Handwerk nach verschiedenen Stationen in Limburg schließlich bei Altmeister Toine Hermsen in Maastricht perfektioniert hat. In den letzten Jahren hatte man erwartet, dass er zu seinen niederländischen Kollegen Sergio Herman und Jonnie Boer aufschließen würde, aber seine Küche ist zwar modern und verwendet werden überwiegend regionale Produkte, doch ihr fehlen Ecken und Kanten – sie ist ein bisschen seelenlos und zu arrangiert. Es fehlen Überraschungseffekte, ungewöhnliche Ideen (wie bei Boer) oder ein geniales Spiel mit Texturen (wie etwa bei Herman).

So dominierte bei der von einem Karamellzylinder umschlossenen Königskrabbe mit Tintenfisch das Karamell derart, dass sich die guten Produkte zu wenig austoben konnten. Kopfschütteln rief auch die Langustine mit Limburger Pilzen, Chorizo-Eis und Kumquat (!) hervor, die nur ohne Eis genießbar war. Unglücklich auch die Menükomposition: Fast ausschließlich wurden süße und kalte Vorspeisen serviert, die den Gaumen eher lähmen als beflügeln.

Dennoch ist ein Besuch im Beluga ein Erlebnis, ein schönes Gesamtkunstwerk auf sehr hohem Niveau. Aber eben ohne das gewisse Etwas, für das man meilenweite Umwege in Kauf nehmen möchte.

Restaurant Beluga
Centre Céramique, Plein 1992 No. 12
6221 JP Maastricht/Niederlande
www.rest-beluga.com


Text: Ingo Scheuermann, culinary-insights.de
aus Effilee #12, September/Oktober 2010

Aus Effilee #12, Sep/Okt 2010
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