Nuance

Duffel, Belgien
Thierry Theys

 

Der 28-jährige Thierry Theys gehört zu den Shootingstars der belgischen Gastroszene: Nach Stationen unter anderem bei Alain Ducasse in Paris und im Beluga in Maastricht eröffnete er 2008 ein eigenes Restaurant in der Nähe von ­Antwerpen. Von Beginn an erhielt das Nuance glänzende Kritiken und wurde innerhalb von nur drei Jahren mit zwei Michelin-­Sternen ausgezeichnet. Die Atmo­sphäre im angenehm hellen Gastraum ist freundlich und entspannt, Theys’ Partnerin leitet den Service mit einer authentischen Herzlichkeit. Nicht ganz so überzeugend wirkte dagegen manches, was bei unserem Besuch auf die Teller kam. Bestachen die Amuse-Gueules noch durch Finesse und Filigra­nität, waren einige der Menügänge allzu simpel konzipiert. Bei der Langoustine mit Balsamico-Vinaigrette, diversen ­Tomatenstücken und Mozzarellaeis,
zum Beispiel, bleibt es bei dem wenig aufre­genden Eindruck, eine klassische Caprese mit einer gut gegarten Langoustine zu essen. Ganz ähnlich bei der Brust vom Bresse-Huhn mit Zucchini und ­Haselnuss oder beim Dessert aus Schokoladencreme und Himbeeren: Es schmeckt alles durchaus nicht schlecht, nur eben nicht sonderlich spannend oder gar individuell. Fast immer fehlt das gewisse Quäntchen Originalität, das aus einem soliden Gericht ein besonderes macht. Über die Preise (6 Gänge 95 Euro) kann man nicht meckern, aber angesichts der Guide-Bewertungen sollte man die Erwartungen etwas herunterschrauben.

Text: Kai Mihm
Aus Effilee #23, Winter 2012
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