Kapstadt / Südafrika

Eine Zutat findet man immer in der Küche der Südafrikanerin Sindiswa Madonono aus Kapstadt: Mielie, Mais.

Sindiswa Madonono ist 40 Jahre alt, sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Töchtern in Kapstadt. Sindiswa arbeitet halbtags als Erzieherin in einem Kindergarten. In ihrer Küche findet man immer wieder eine Zutat: Mielie, Mais. Den verarbeitet sie jeden Tag zu Brei und isst ihn morgens, mittags und abends.

Sindiswa Mandonono erzählt über das Essen in Südafrika

Als ich klein war, habe ich sehr gerne Mielie Pap gegessen, einen Maisbrei, der mit gemahlenen Maiskörnern und Wasser zubereitet wird. Das ist ein typisches Gericht aus Ciskei, einer Region im Südosten Südafrikas, in der ich aufgewachsen bin. Am liebsten aß ich ihn, wenn meine Mutter ihn kochte. Auch heute noch schmeckt mir ihr Maisbrei am besten. Gerade jetzt, wo meine Mutter sehr krank ist, denke ich oft daran zurück.

Ich esse schon morgens Mielie Pap. Meistens koche ich den Brei mit Wasser, bis man eine Konsistenz wie Kartoffelbrei erhält. Dazu esse ich Brot. Wer es sich leisten kann, der bereitet den Brei mit Milch und Erdnussbutter zu. Wir müssen auf unser Geld achten, weil meine drei Kinder, eine Tochter von 6 Jahren und Zwillinge von 22 Jahren, noch bei mir und meinem Mann wohnen. Mittags, wenn ich nach Hause komme, esse ich meistens ebenfalls Mielie Pap, den, der vom Frühstück übrig bleibt. Dazu gibt es Spinat, Zwiebeln und andere Gemüse. Abends bereite ich Mielie Semp zu. Das ist nur halb zerstoßener Mais, der auch mit Wasser oder Milch zubereitet wird. Ich koche dazu Bohnen und eventuell Hühnchen, manchmal auch Innereien.

In der Woche stehe ich vielleicht 45 Minuten in der Küche. Meistens kocht mein Mann traditionelle Xhosa-Küche, zum Beispiel Hammeleintopf oder Kutteln. Xhosa, gesprochen Kosa, ist eine große Volksgruppe in Südafrika, die eine sehr ungewöhnliche Sprache spricht, die aus ganz vielen Klicklauten besteht, die tief in der Kehle entstehen. Es gibt etwa acht Millionen Xhosa, Desmond Tutu und Miriam Makeba gehören dazu. Ich selbst gehöre auch dem Volk an.

Ab und zu koche ich Pizza oder Pasta, um ein wenig Abwechslung ins Essen zu bringen. Was ich gar nicht mag, sind Fische, die im Ganzen zubereitet werden und mit Kopf und Flossen auf den Tisch kommen. Auch ganze Hühnerfüße mit Haut und Krallen, wie man sie bei uns auf dem Markt bekommt, mag ich nicht. Mein Mann und ich kaufen alle Lebensmittel auf dem Markt. Dort ist es billiger und die Lebensmittel sind frischer als im Supermarkt. Tiefkühlprodukte kaufe ich nie. Alle zwei Monate gehen wir auch mal zu Kentucky Fried Chicken oder McDonald’s, der Kinder wegen. Ich mag das Essen dort nicht.

Am Wochenende ist Braai mit der ganzen Familie. Das bedeutet, wir grillen ausgiebig. Meist sind wir zehn bis fünfzehn Leute, dazu kommen noch viele Freunde. Wir sitzen lange beisammen und können uns unterhalten, denn das Anfeuern des Grills dauert länger, weil wir Holz statt Holzkohle verwenden. Gegrillt wird Fleisch: Lamm, Strauß, Rind und andere Fleischsorten. Besonders gerne esse ich Lammfleisch. Dazu gibt es Maisbrei.

Lebensmittelpreise in Südafrika:

  • 1kg Maismehl: 0,80 Euro
  • 1l Milch: 0,90 Euro
  • 1kg Hühnerfleisch: 1,70 Euro
  • 1kg Lammfleisch: 5 Euro
  • 1 Brot: 1,70 Euro
Text: Susi Wilkat

aus Effilee #15, März/April 2011

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