Hermannsberg GG 2011

Nahe, Deutschland

 

Das Gut Hermannsberg sorgt gehörig für Furore. Die ehemalige Königlich-Preußische Weinbaudomäne Niederhausen-Schloßböckelheim ist seit 2009 im Besitz von Christine Dinse und Jens Reidel und schaffte es mittlerweile beim Gault Millau unter die hundert besten Weingüter Deutschlands und zum Aufsteiger des Jahres. 2011 ist der zweite Jahrgang, der in den Handel kommt und es ist beeindruckend, was in dieser kurzen Zeit erreicht wurde.
Es hat sich ja mittlerweile ein ganz eigenes Geschmacksbild der Großen Gewächse herausgebildet, gern wird in diesem Zusammenhang das Wort burgundisch genannt. Gemeint ist damit – vermute ich – eine gewisse Klarheit und Eleganz, manchmal führt das aber leider dazu, dass die Weine gar nicht mehr wirklich nach Riesling schmecken. Der Hermannsberg (und nebenbei bemerkt auch die anderen Großen Gewächse des Guts) läuft nicht in diese Falle. Er ist bei aller Eleganz ausgesprochen rassig, von sehr feiner, aber klar definierter Säure, Zitrus- und Steinfruchtaromen und mit kleiner Verzögerung allerlei Mineralik. Wir haben den Wein bei einem Mittagessen in der Redaktion verkostet – Oliver hatte Hühnerfrikassee für das Rezept auf der letzten Seite gekocht – und waren ein­hellig hin und weg.

Text: Vijay Sapre
Aus Effilee #24, Frühling 2013
«
»

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.