Hackfleisch

Alexander Kasbohm hat wieder drei Gerichte probiert. Dieses Mal mit Hackfleisch.

Hack! Kaum ein Wort der deutschen Sprache steht klanglich in einem derartig engen Verhältnis zu seinem Inhalt. Hack wurde früher tatsächlich mühselig mit dem Messer gehackt, vermutlich von Fleischern, die dabei aussahen wie Jack Nicholson in Shining. Heute gibt es zum Glück den Fleischwolf. Hack ist ein gefährliches Lebensmittel: Weil es sehr eiweißreich ist, eine große Ober- bzw. Angriffsfläche bietet und die Zellmembranen nach der Verarbeitung teilweise zerstört sind, ist das Fleisch ein leichtes Opfer für Bakterien, zum Beispiel Salmonellen. Deshalb darf nur Hackfleisch verkauft werden, das am selben Tag hergestellt wurde – und zwar aus frischem Fleisch, nicht aus tiefgekühltem. Alles in allem also eine schwierige Sache: Irre Metzger, tödliches Fleisch und dann auch noch dieses Wort. Hack! Aber… Wenn es dann von liebenden Händen sorgfältig zu einem weichen Teig geknetet wurde, wenn es wohlgewürzt und gut gebräunt aus Pfannen und Töpfen auf unsere Teller findet, wenn es sich ohne Widerwillen manchmal zart, manchmal wild an unsere Geschmacksknospen schmiegt… Dann sagen wir: Haschee!

Text: Alexander Kabsohm
Fotos: Andrea Thode

aus Effilee #15, März/April 2011

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