Was haben Sie gestern gegessen? Marion Kracht

Die Bühnenpräsenz der Schauspielerin Marion Kracht ist enorm. Woher sie die Zeit nimmt, auch noch öffentlich zu kochen, bleibt ihr Geheimnis

Die Frau kann schauen, spielen und kochen
Die Frau kann schauen, spielen und kochen

Zurzeit bin ich ständig unterwegs, da ist es immer etwas komplizierter, an gutes Essen zu kommen, und für eine Vegetarierin – die ich nun mal bin – ganz besonders.
Das Erste, was ich gestern zu mir nahm, war ein Hotelfrühstück in Versmold. Ich habe mich auf einen Obstsalat und Haferflocken mit Sojamilch beschränkt. Kaffee hatte ich natürlich auch. Dann ging’s zum Glück zur VeggieWorld in Wiesbaden. Das ist eine Messe für Veganer und Vegetarier, dort hatte ich auch eine kleine Kochshow. Da hab ich dann kurzerhand das gegessen, was ich auch gekocht habe, schließlich stammt es aus der Vevenga Genusslinie, die ich selber entwickelt habe. Es gab einen Seitan-Burger mit Dinkel und Kamut und dazu einen lauwarmen Linsensalat mit winterlichem Gemüse, Kürbis­chutney und Granatapfel. Danach saß ich wieder im Zug, und wenn ich dort Hunger bekomme, brauche ich nur in die Jackentasche zu greifen, eine Tüte Nussmix reist meistens mit. Abends war ich dann zum Essen eingeladen, das ging kulinarisch (für mich) leider ins Auge. Es ging zum Portugiesen, rein theoretisch kann ein Vegetarier in einem portugiesischen Restaurant Hungers sterben. Ich hatte einen Artischocken­salat aus dem Glas, der war mit einem Thousand Island Dressing aus dem Eimer verhunzt, ich musste es mit dem Messer abkratzen. Mein Hauptgang waren Kartoffeln mit Schale, die mit Knoblauch im Ofen gegart waren. Ich will’s mal milde ausdrücken: Eine Wiedergutmachung für den Artischockensalat waren die auch nicht. Hätte ich mittags keinen Linsensalat gehabt, wäre ich gestern tatsächlich verhungert!

Meine Meinung …

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Aus Effilee #28, Frühjahr 2014
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