Was haben Sie gestern gegessen, Tamara Rohloff?

Die Schauspielerin Tamara Rohloff steht leidenschaftlich gerne auf Bühnen, Filmsets und in der eigenen Küche. Nach dem Essen zeigt sie in der ZDF-Serie Herzensbrecher, was sie sonst noch so kann

Tamara-Roloff

Meine Urgroßmutter war Köchin bei einer polnischen Adligen, da muss irgendwie etwas hängen geblieben sein, jedenfalls ist Essen bei mir schon seit der Kindheit ein wichtiges Thema. Und zwar eher die deftige Abteilung, wenn andere Kinder Schokolade gegessen haben, hatte ich meist ein Stück Räucheraal oder Wurst in der Hand.
Also gestern: Es gibt in Berlin einen ganz tollen Laden namens Frischepara­dies, da kauf ich – und das ist quasi ein Ritual – im Oktober immer einen ganzen Biolachs den ich selber mit Wacholder und Dill beize. Davon gab’s gestern ein paar Scheiben zum Frühstück, und dazu zwei gekochte Eier. In die träufele ich einige Tropfen Trüffelöl, das hab ich von den Italienern gelernt, die träufeln sich das ja auch über Nudeln oder ein Steak, mit gekochten Eiern klappt das auch ganz prima. Ich weiß, dass das alles bisschen unzeitgemäß klingt, gerade in Schau­spielerinnenkreisen, aber wenn ich morgens nur ein Croissant mit etwas Konfitüre esse … irgendwie kommt diese Art von Ernährung überhaupt nicht bei mir an. Die ganzen veganen und vegetarischen Sachen sind nicht wirklich mein Thema, mit dieser Einstellung kann man heutzutage ja schon ein Naserümpfen provozieren, aber das soll mir wurscht sein.
Mittags hab ich mir einen Tafelspitz gemacht. Mit frischem Rettich, Salzkartoffeln und einem Rote-Bete-Salat mit Orangen, Ingwer und einem Hauch Knoblauch. Am Nachmittag kam ich am de Maufel vorbei, das ist ein tolles Bistro mit Luxemburger Spezialitäten, da gab’s dann eine Zitronentarte, außerdem haben die hausgemachte Wildschweinpasteten, die man sich mitnehmen kann, für die könnte ich sterben!
Am Abend hatte ich einen Termin und wenig Zeit, da gab’s dann nur die Brühe vom Tafelspitz, mit geschrotetem Grünkern, Gemüsejulienne und viel Koriander. Das hab ich gestern gegessen.

Meine Meinung …
Aus Effilee #27, Winter 2013
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