Was haben Sie gestern gegessen Maren Kroymann?

Maren Kroymann ist als Schauspielerin, Kabarettistin und Sängerin erfolgreich. Seit sie 1982 mit ihrem Bühnenprogramm Auf du und du mit dem Stöckelschuh fürs TV entdeckt wurde, scheint ihre Karriere kaum noch aufzuhalten zu sein. Und das ist auch gut so …

 
Maren Kroymann
Maren Kroymann

Gestern war ich zu Besuch bei meiner Freundin Antje in der Uckermark. In dem Dorf, in dem sie lebt, gibt es keinen Laden, deshalb habe ich ein paar Sachen mitgebracht. Aus den Resten meines Berliner Vorabends haben wir dann erst mal eine klare Gemüsesuppe nach Art der Minestrone zusammengeköchelt. Dazu gab’s saisonbedingt einen Kopfsalat, den ich mit meiner bewährten Vinaigrette nach Franzosenart veredelt habe: Senf, Balsamico und Kräuter. Eine Handvoll liebevoll gehackter Liebstöckel Uckermarker Herkunft war auch mit drin. Die alte Schwäbin in mir hat schon auf der Hinfahrt am Biosupermarkt Halt gemacht und zwei Butterbrezeln verhaftet. Ich bin von den Dingern abhängig und würde alles dafür tun, in dem Fall aßen wir sie zum grünen Salat.
Gegen 5 p.m. war Teatime. In den Tassen dampfte zarter Earl Grey und Antje stellte aus Daffke noch ein paar aufgeschnittene Erdbeeren mit Zucker und Schlagsahne dazu. (Letzere wiederum hatte ich aus der Berliner Zivilisation mitgebracht.)
Kurz nach 18 Uhr bin ich aufgebrochen. Antje gab mir noch drei Mozartkugeln mit, die wurden dann zwischen Zehdenick und Oranienburg sozusagen Teil von mir.
Trotzdem hatte ich zu Hause wieder Hunger: Da kam ein kleiner Salat vom grünen Spargel dran, mit einer Vinaigrette aus Zitrone, Öl, Kapern, Basilikum, Zucker, Salz und Pfeffer. Darüber Parmesan, das Ganze war lauwarm. Ich finde ja lauwarm ist stark im Kommen. Das sage ich allerdings schon seit zwanzig Jahren! Dazu noch gebratenen Tofu mit Soyasauce und zwei zu Bratkartoffeln verarbeitete Pellkartoffeln. Und da so ein Tag auf dem Land ganz schön Appetit machen kann, kam dann noch ein Vanillequark mit roter Grütze und ein wenig Sahne auf den Nach-Tisch.

Aus Effilee #26, Herbst 2013
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