Foto: Andrea Thode

Die Zitronenpresse

Erst im 18. Jahrhundert kam die Zitronenpresse in Gebrauch. Seither wurde eine Vielzahl von Modellen entwickelt, aber nicht alle sind kraftsparend und ergiebig.

Zitronenpresse, Foto: Andrea Thode

Drücken und Drehen

Das Fruchtfleisch von Zitrusfrüchten besteht aus Segmenten, deren Häute zerstört werden müssen, damit der Saft austritt. Die Fruchthälften sollten während des Pressens gedreht werden, da dann die Häute leichter reißen. Zangenförmige Zitronenpressen, in denen die Fruchthälften fixiert sind, funktionieren nur über Druck und sind deshalb Drehpressen unterlegen.

Saft und Kern

Die meisten Zitruspressen trennen Kerne und Fruchtfleisch vom Saft. Bei kleinen Standpressen aus einem Stück werden die Kerne von einem Zackenkranz zurückgehalten,
der sehr schnell voll ist. Zweiteilige Modelle mit Auffangbehälter filtern den Saft durch ein Sieb, das seltener geleert werden muss, und können mehr Saft aufnehmen. Benutzt man eine Stielpresse, muss man den Saft in einer Schüssel auffangen und die Kerne absieben.

Schwer und leicht

Gängige Standpressen bestehen aus einem Presskegel, der auf einem Behälter zum Auffangen des Saftes fixiert ist. Presst man damit Zitrusfrüchte aus, erfordert das einige Kraft. Einfacher geht es mit Presskegeln am Stiel, mit denen man die Früchte freihändig auspresst – dabei übt man mit beiden Händen Druck aus. Elektrische Zitruspressen sind nur sinnvoll, wenn man regelmäßig große Mengen Zitrusfrüchte verarbeitet. Spitze Presskegel eignen sich gut für kleine Zitrusfrüchte, runde für größere Früchte.

Groß und klein

Eine für alle Früchte geeignete Zitruspresse sollte eine Kuppel von etwa 4 Zentimeter Durchmesser haben. Für Limetten gibt es spezielle Zangen, die nur sinnvoll sind,
wenn man oft größere Mengen Limettensaft benötigt. Braucht man nur wenige Spritzer Zitronensaft, kann man eine Zitrone mit einem Zahnstocher mehrmals anpieksen und einige Tropfen ausdrücken. So bleibt die Frucht länger frisch und kann mehrmals benutzt werden.

Material

Die traditionelle Standpresse, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Haushalte eroberte, bestand aus Pressglas. Robuster sind Pressen aus Edelstahl, sie neigen nicht zu Verfärbungen wie Modelle aus Kunststoff und können in der Spülmaschine gereinigt werden. Stielpressen bestehen meist aus Holz – hier sollte man auf hochwertiges, imprägniertes Material achten, damit die Säure die Presse nicht angreift. Auch Stielpressen gibt es spülmaschinenfest aus Edelstahl.

Preis

Hölzerne Stielpressen bekommt man schon für 3 bis 4 Euro, Standpressen mit Auffangrinne und Presskegel aus Edelstahl ab 15 Euro.

Pflege

Zitronenpressen sollte man sofort nach Gebrauch reinigen, weil sich die Fruchtfleischfasern nur schwer abwaschen lassen, wenn sie angetrocknet sind.

Text: Maike Steenblock

aus Effilee #16, Mai/Juni 2011

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Aus Effilee #16, Mai/Jun 2011
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