Das merk ich mir: Rudi Kargus, Ex-Fußballspieler

Das schlimmste Essen Das schlimmste Essen war wirklich schlimm. Ich war auf einer Hochzeit eingeladen, einer deutschen Hochzeit wohlgemerkt, und die Gastgeber hatten sich aus Gründen, die ich nicht mal ahnen kann, entschlossen, italienisch aufzukochen oder kochen zu lassen. Das Ergebnis waren italienische Pastavariationen auf die deutsche Tour. Es war leider genauso grausam, wie es […]

Das schlimmste Essen

Das schlimmste Essen war wirklich schlimm. Ich war auf einer Hochzeit eingeladen, einer deutschen Hochzeit wohlgemerkt, und die Gastgeber hatten sich aus Gründen, die ich nicht mal ahnen kann, entschlossen, italienisch aufzukochen oder kochen zu lassen. Das Ergebnis waren italienische Pastavariationen auf die deutsche Tour. Es war leider genauso grausam, wie es klingt: Da lagen drei Sorten Nudeln, von Meisterhand zu Tode gekocht und bereits regelrecht schlabberig und wabbelig auf einer Platte, und irgendwer hatte über das ganze Elend einen Kübel vollkommen geschmacksneutraler und natur­gemäß fetter Sahnesauce ausgeleert. Für jemanden wie mich, der sich sehr zur italienischen Küche hingezogen fühlt, ist so ein Festessen einfach die Höchststrafe.

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Das beste Essen

Ich habe in meinem Leben zum Glück schon ein paarmal gut gegessen, aber wenn ich die jüngere Vergangenheit nehme, fällt mir ein Höhepunkt ein, und auch der hat was mit Italien zu tun: Ich war in Arezzo in der Toskana und hatte mich entschlossen, in eine ziemlich unauffällige Osteria zu gehen, die liegen mir am meisten, mit Chi-Chi und Brumm-Brumm kann man mich jagen. Da lagen die rot-weißen Tischdecken auf, wenn ich die sehe, weiß ich meistens schon automatisch, dass ich am rechten Ort gelandet bin. Und siehe da: Zuerst gab’s ein Risotto mit Pilzen, eine Sache, die wir zu Hause nie machen, weil es ein langwieriger Prozess mit oft unklarem Ausgang ist. Aber das hier war umwerfend lecker, mit gutem Käse und Safran, die Zeit und die Liebe, mit der es gekocht war, hat man bei jedem Bissen gespürt. Dann gab es einfach noch ein Stück gegrilltes Rinderfilet. Zusammen mit einem Glas Rotwein und einem Stück Weißbrot war das wirklich das derzeit beste Essen meines Lebens.

Meine Meinung …
Aus Effilee #27, Winter 2013
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