Clos de La Roilette Cuvée Tardive 2007

Domaine Coudert
FlEurie, Beaujolais, Frankreich

 

Während andere sich von ihren Skandalen erholt haben, leidet das Beaujolais noch immer. Der Beaujolais Noveau ist schnell als der Schuldige ausgemacht. Es lohnt aber ein Blick auf die Crus, die hierzulande wenigen ein Begriff sind. In Fleurie, einer der zehn Cru-Gemeinden, liegt die Domaine Coudert. Fernand Coudert und sein Sohn Alain bauen in einer Einzellage einen außergewöhnlichen Beaujolais an. Benannt ist der 9 ha große Weingarten nach dem Pferd des Vorbesitzers, der seinen Klepper Roilette 1921 fotografierte und dann das Foto abmalte. Das Bild prangt noch heute auf der Flasche. Die Böden bestehen aus mit Mangan durchzogenem Lehm und geben dem Wein kühle Mineralität und kräftige Struktur. Für die Cuvée Tardive wird extra spät gelesen. Sie wird in gebrauchten Fässern ausgebaut und ergibt einen Wein mit feiner Säure, elegantem Tanningerüst, zarter Fruchtsüße und einem unglaublich langen mineralischen Finish. In der Nase dominieren gekochte Himbeeren, eine für den Gamay typische florale Komponente (Veilchen oder Rosenblätter), nasser Boden und eine feine Würze. Über allen schwebt ein Touch Cola. Im Nachhall Pfeffer, schwarzer Kardamom und Tabak. Die Trinktemperatur sollte 14 bis 16 Grad nicht übersteigen. Man kann ihn sofort trinken, ein paar Jahre im Keller stünden ihm aber auch nicht schlecht. Gute Erfahrungen habe ich mit einer leicht geräucherten Blutwurst und einem Stück Roggenbrot zu diesem Wein gemacht. Obacht: Butter nicht vergessen!

Kostbar: 13,95 Euro bei www.gute-weine.de

Text: Sebastian Bordthäuser
Aus Effilee #15, Mär/Apr 2011
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