Erzähltes Leben

Drei Töpfe: Frühstück

Alexander Kasbohm ist früh aufgestanden um herauszufinden, wie in Hamburg gefrühstückt wird

Reina Waissi, 33, Finnland, bereitet Puuro in verschiedenen Varianten

Rechteinhaber: Andrea Thode, Lizenzvereinbarung: Nutzung nur auf Effilee

 

Der Finne als solcher, so denkt man, ist still und düster wie ein zugefrorener See in der Polarnacht. Reina Waissi ist allerdings eher ein munter sprudelnder Quell. Wenn Finnen nicht Toast zum Frühstück essen, dann gibt es Puuro, was nichts anderes bedeutet als Porridge – Haferbrei. »Auch wenn dieses traditionelle Frühstück nicht mehr ganz so verbreitet ist – ich esse das tatsächlich relativ oft, weil es schnell zuzubereiten ist und Kraft für den Tag gibt«, sagt Reina und führt uns in ihre helle, große Wohnung mit einer offenen Küche, die finnisch-schlicht eingerichtet ist. Nach vorne raus liegt eine Einkaufsstraße, hinter der Wohnung ein kleiner Innenhof. Die Sets auf dem Esstisch, die Tassen und der Duschvorhang sind von Marimekko, die Gläser klassische Aino-Aalto-Gläser von Iittala. »Ich mag das finnische Design. Es ist immer sehr schlicht und funktionell, hat dabei aber etwas Besonderes, Wiedererkennbares.«

1996 kam Reina nach Deutschland. In Münster konnte sie sowohl ihre Ballettausbildung beenden als auch Jura studieren – man muss schließlich auch etwas Richtiges lernen. Heute arbeitet sie als Rechtsanwältin in einer Kanzlei, die sich mit internationalem Seerecht befasst. »Ich bin mein Leben nicht nach Plan angegangen. Ich bin nicht der Typ für Schule-Mann-Kinder-Arbeitarbeitarbeit-Sterben. Trotzdem war ich war früher sehr ehrgeizig und wollte immer alles richtig machen. Ich bin froh, dass ich das abgelegt habe.« Reina steht vom Esstisch auf und geht in die Küche. »Ich zeig euch jetzt, wie man den Grundbrei zubereitet. Wollt ihr einen Kaffee? Finnen trinken furchtbar viel Kaffee.«

»Man mischt Wasser und Brei etwa im Verhältnis 2:1. Wenn man will, kann man ihn auch fester oder flüssiger anrühren. Ich hab verschiedene finnische Sorten Haferbrei gekauft, damit das richtig original wird.« Finnischer Brei ist in Deutschland nur schwer zu bekommen, doch zur Not kann man Puuro auch mit blütenzarten deutschen Haferflocken zubereiten, das dauert dann nur ein bisschen länger. Reina hat einen Großteil ihres bisherigen Lebens in Finnland verbracht, wurde aber in Darmstadt geboren, wo ihr Vater als Ingenieur arbeitete. Als sie ein Jahr alt war, zog ihre Familie zurück nach Finnland, zunächst nach Helsinki, später quer durchs Land – immer dahin, wo der Vater arbeitete. »Meine Mutter wollte zurück in die Heimat. Die finnische Seele kommt mit dem Alltag in Deutschland nicht immer zurecht.«

Ihr Vater hat mehr als zehn Jahre in Deutschland gelebt. »Ich fand immer, dass er sehr deutsch ist. Wie er denkt, ist deutsch. Sehr logisch und mit einer gewissen Härte. Ich kann gar nicht sagen, was es genau ist. Vielleicht ist das einer der Gründe, weshalb ich hierher gekommen bin. Um das herauszufinden. Ich selbst bin auch nicht unbedingt typisch finnisch. Viele Finnen, die ich kenne, sind deutlich stiller als ich. Aber selbst ich finde, man muss sich treffen können und ein Bier trinken, ohne dabei zu reden. Schweigen muss nicht immer unangenehm sein.«

Reina trainiert auch heute noch zweimal in der Woche Ballett. »Ich tue das vor allem, um fit zu bleiben. Ich kann mir aber durchaus vorstellen, auch mal wieder in einem Stück mitzutanzen. Ich habe mit vier Jahren angefangen zu tanzen, das ist so drin.« In Münster hat sie in Inszenierungen von Evita, West Side Story, La Cage aux Folles und Black Rider getanzt, aber auch mehrere eigene Stück aufgeführt. »Wichtig ist auf jeden Fall, dass man etwas Salz an den Brei gibt, sonst schmeckt er nicht. Heute Morgen hab ich das Salz beim Kochen vergessen, nachher dann zu viel dran gegeben und anschließend versucht, das mit dänischer Marmelade auszugleichen.« Reina schaltet die Herdplatte aus und lässt den Brei noch einige Minuten im Topf ziehen. Zwischendurch rührt sie immer mal um. »So, jetzt ist der Brei so, wie ich ihn haben will.« Reina serviert ihn mit Zucker, Milch und Butter. Und natürlich Kaffee. Ein sehr besänftigendes, winterliches Frühstück. Comfort Food würde der Engländer sagen. Etwas, dass sättigt und die Seele wärmt.

Während wir essen, kümmert sich Reina um die nächste Variante, diesmal mit Früchten aus dem Eisschrank. »Die kann man ruhig gefroren in den Brei rühren, der ist heiß genug.« Mit den Früchten bekommt der Brei einen frühlingshaften Charakter. Dann bereitet sie noch einen Brei mit Schokolade zu und einen mit Joghurt und Früchten – für jede Jahreszeit einen. »Man kann mit dem Brei wirklich fast alles machen. Ein langweiliges Frühstück ist das nicht.«

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Nach dem Essen machen wir eine Rauchpause auf Reinas Balkon. In der Fußgängerzone spielen einige Straßenmusiker. »Die stehen hier jeden Tag. Irgendwann kennt man alle Stücke auswendig. Ich habe schon überlegt, den Musikern Notenbücher zu schenken, damit sie ihr Repertoire erweitern können.« Direkt gegenüber von Reinas Wohnung hat vor einigen Monaten eine Filiale einer dieser gesichtslosen Coffee-Shop-Ketten eröffnet. Vorher war da ein recht guter Plattenladen. Das obere Geschoss steht leer. Reina schaut eine Weile in die ungenutzten Räume. »Das wäre eigentlich ideal, um da eine eigene Kanzlei zu eröffnen.«

Rezept: Puuro


Curie Kure, 26, Japan, bereitet Asa-Gohan mit Lachs, Rettich und Natto

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Wir stehen in dem Hinterhof einer ehemaligen Fisch-Feinkostfabrik an der Grenze zwischen einem Wohn- und einem Industriegebiet und versuchen, uns zu orientieren. Hier haben sich in den letzten Jahren einige Studenten- und Künstler-WGs angesiedelt, doch Eingänge und Namensschilder springen einem nicht direkt ins Gesicht. Nachdem wir uns ein paarmal im Kreis gedreht haben, stehen wir vor der richtigen Tür: Curie Kure wohnt mit vier Mitbewohnern in einem geräumigen Loft, dessen Mittelpunkt ein großes, lichtdurchflutetes Wohnzimmer ist, das nahtlos in das Esszimmer und die Küche übergeht. »Das ist toll, man kann hier zu zehnt spontan essen«, sagt sie, während sie uns an den Tisch führt. »Danach sieht es aber natürlich auch entsprechend aus.«

»Normalerweise essen Japaner heutzutage auch nur ein kleines schnelles Frühstück. Was ich hier mache, ist das totale Mutterverwöhnungsprogramm.« Curie verschwindet in einer Ecke der Küche und wäscht den Reis in einem Sieb, bevor sie ihn in den Reiskocher gibt. In der Küche liegen etwas Lachs, Tofu, Frühlingszwiebeln, Pasten und Pulver sowie einige nicht näher identifizierbare Zutaten, die eingeschweißt sind. Und das sagenumwobene, berüchtigte Natto, vergorene Sojabohnen. »Frühstück heißt auf Japanisch Asa-Gohan. Das Wort besteht aus zwei Schriftzeichen, dem für Morgen und dem für Reis bzw. Mahlzeit – die Wörter haben beide das gleiche Zeichen. Man kann also Morgenreis oder Morgenmahlzeit sagen.« Curies Vater ist Taiwanese, ihre Mutter Japanerin, sie haben sich in Deutschland kennengelernt. Ihre Mutter arbeitet als Chinesischlehrerin in Deutschland, ihr Vater ist Naturwissenschaftler und lebt längst wieder in Taiwan. »Kochen hab ich von meiner Mutter gelernt. Mein Vater kann bestenfalls Spiegeleier braten.«

Curie setzt auf dem alten Gasherd das Wasser für die Misosuppe auf. »Das Natto«, bereitet sie uns vor, »riecht schon ziemlich ungewöhnlich. Das sind vergorene Sojabohnen, eine ziemlich schleimige Masse. Im japanischen Fernsehen habe ich mal eine Sendung gesehen, in der versucht wurde, möglichst lange Natto-Fäden zu ziehen. Die längsten waren über zehn Meter lang.« Während der Reis kocht, schneidet Curie den Lachs in Streifen, wäscht ihn ab und entschuppt ihn anschließend. »Ach Mist, ich hätte ihn vor dem Schneiden entschuppen sollen, das wäre entschieden einfacher gewesen.«

In das kochende Wasser kommt jetzt die Misopaste und getrocknete Fischbrühe, Dashi. Dazu gibt sie Wakame-Algen und ein paar Enoki-Pilze, die aussehen wie Psylos, die bekannten Drogenpilze. »Mit den Algen muss man vorsichtig sein, wenn man die nicht kennt. Die getrockneten Algen werden viel größer, wenn sie sich vollsaugen. Da verschätzt man sich leicht. Wenn man die Suppe richtig kochen will, nimmt man die dicken Kombu-Algen und kocht Fisch mit. Aber ich glaube, keine japanische Hausfrau macht das heute noch so. In der Suppe kannst Du eigentlich alles beliebig kombinieren, du kannst alles reintun oder weglassen.« Sie lässt sie kurz aufkochen, nimmt sie von der Flamme und lässt sie im Topf weiterziehen, während sie die Lachsstreifen mehliert, salzt und in die heiße Pfanne legt.

Curie schneidet die Frühlingszwiebeln und richtet den Tofu mit Sojasauce, Ingwer und den Zwiebeln an. Dann schält sie eine lange gelbe Rolle aus einer Plastikfolie. »Das ist in Essig eingelegter Rettich, Takuan.« Sie erzählt: »Meine Mutter hat viel japanisch gekocht, aber auch viel europäisch. Ich dachte immer, dass Pizza und Spaghetti so schmecken, wie sie das gemacht hat, und habe erst viel später gemerkt, dass sie asiatisierte Versionen zubereitet hat. Viel süßer und so.« Auf dem Tisch steht für jeden Gast ein Schälchen Misosuppe, eine Schale Reis und ein Teller. In der Mitte des Tisches sind der Lachs, Tofu und Rettich angerichtet, so dass sich jeder bedienen kann. Auf einem Teller liegen außerdem noch kleine Nori-Blättchen. »Das ist getrockneter koreanischer Seetang. Es gibt auch japanischen, aber der koreanische ist knuspriger.« Und er schmeckt hervorragend zum Reis. Curie richtet für jeden ein wenig Natto an. »Das isst auch in Japan nicht jeder«, sagt sie, während sie Senf, Sojasauce und Eigelb unter die eh schon recht schleimig wirkende Masse rührt. »Das wird vor allem in der Gegend um Osaka gegessen. Und ich glaube, ich richte auch ein Schälchen ohne Ei an, dann könnt ihr beides probieren.« Der Geschmack des Natto ist für europäische Gaumen ungewöhnlich, aber nicht wirklich schlimm. Er ist herzhaft, hat dabei aber etwas von Karamell.

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Misosuppe und Reis bilden die Grundlage für ein Frühstück, dass einen entspannt in den Tag kommen lässt. Der Magen wird sanft gefüllt, aber nicht überfordert. Der säuerlich scharfe eingelegte Rettich gibt eine ungewohnte, aber erfrischende Note, während der gebratene Lachs auch dem wenig abenteuerlustigen Europäer einen vertrauten geschmacklichen Ankerpunkt bietet.

Körperlich und geistig gestärkt gebe ich meiner Neugier nach und frage nach dem Ursprung ihres ungewöhnlichen Vornamens. »Oh, meine Mutter war tatsächlich ein großer Fan von Marie Curie. Die Standesbeamtin wollte das zunächst nicht als Vornamen akzeptieren. Aber meine Mutter hat ihr erzählt, dass Curie in Japan ein ganz normaler Vorname ist. Das ist natürlich Blödsinn. Es gibt ein Wort, das ähnlich klingt, aber das heißt Gurke.«

Rezept: Japanisches Frühstück


Martina Lenzin, 28, Schweiz, bereitet Röschti mit Speck, Käse und Spiegeleiern

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Nachdem wir uns vier Altbaustockwerke hinaufgearbeitet haben, betreten wir eine von Punk beschallte Wohnung. »Ich hab schon mal die passende Musik angemacht«, begrüßt uns Martina Lenzin. »Das sind alles Schweizer Bands.« Im Flur hängen gezeichnete Portraits der WG-Bewohner und von Freunden. »Die hat meine Mitbewohnerin gemalt. Ich gebe mit ihr zusammen ein Comic-Magazin heraus.« Für das Heft Two Fast Colours zeichnen die beiden selbst, suchen aber auch Zeichner aus aller Welt, deren Strich ihnen gefällt.

In der Küche stehen die schon am Vorabend gekochten Kartoffeln, die die Nacht im Kühlschrank verbracht haben. »Da gibt es einen Konflikt zwischen den Ostschweizern und Bernern«, erzählt Martina, während sie die Kartoffeln pellt. »Die Ostschweizer meinen, dass Kartoffeln für Röschti ums verrecken nicht vorher gekocht werden dürfen. Die Berner dagegen sagen, dass es ohne Kochen gar nicht geht.« Als nächstes müssen die Kartoffeln gerieben werden, beziehungsweise geraffelt, wie der Schweizer sagt. Martina breitet auf der Arbeitsfläche eine Schweizer Zeitung als Unterlage aus und fängt an zu raffeln. »Man sollte auf jeden Fall festkochende Kartoffeln nehmen und die auch nicht zu lange kochen. Sonst bekommt man keine Kartoffelstreifen sondern Brei. In der Schweiz steht auf den Kartoffelsäcken extra ‚Geeignet für Röschti’. Idealerweise soll man schöne Streifen bekommen, die nicht auseinanderfallen.«

Martina kommt aus Nussbaumen im Aargau. »Dort gibt es nichts zu sehen. Die Gegend besteht vor allem aus Feldern und Autobahnen.« Die Hügel sind höchstens 350 Meter hoch, in der Schweiz gilt das als Flachland. »Ich habe zwanzig Jahre gebraucht, um da wegzukommen. Dann hatte ich das Glück, an drei Kunsthochschulen angenommen zu werden und mir eine aussuchen zu können. Ich bin nach Basel gegangen, denn wenn ich nach Zürich gegangen wär, hätte ich zu Hause wohnen müssen. Seitdem habe ich mich nur noch von der Schweiz entfernt.« Im Rahmen des Studiums musste man einen Austausch oder ein Praktikum machen. Martina wollte nach Island, was ihr nicht genehmigt wurde. Auch bei Schottland stellte sich die Hochschule quer. »Wahrscheinlich kannten die Sekretärinnen dort keinen, und es war ihnen zu anstrengend, sich drum zu kümmern. Die Begründungen waren auf jeden Fall recht fadenscheinig. Nach Hamburg gab es offenbar bessere Verbindungen. So wurde es Hamburg.« »Im Gegensatz zu Kartoffelpuffern kommt bei Röschti kein Mehl ran und keine Eier.« Martina streut etwas Salz über die Kartoffelstreifen und schaut in die Schüssel. »Ich glaube, das sind jetzt genug Kartoffeln. Genaue Mengenangaben kann ich da nie machen. Wenn man viel Hunger hat, nimmt man viele Kartoffeln, wenn man wenig Hunger hat, dann nimmt man eben weniger.« Die Kartoffelmasse kommt in die Pfanne, alles auf einmal, so dass ein mehrere Zentimeter dicker Fladen entsteht. »Das röstet da jetzt auf niedriger Flamme. Wenn es an der Unterseite schön braun ist, muss man die Röschti wenden.« Martina legt noch ein wenig Butter nach. »Hauptsache viel Butter. Wieviel, muss man selbst entscheiden. Oder wie lange man danach joggen gehen will.«

»Eigentlich müsste es jetzt schon zischen«, sagt Martina, als sie Salz und Pfeffer über die Kartoffeln streut. Aber eigentlich nimmt man für Röschti auch eine gusseiserne Pfanne. »Da weiß man, wann man das Teil wenden muss: Wenn es sich beim Rütteln in der Pfanne bewegt und nicht mehr am Boden klebt. Bei diesen Teflonpfannen muss man Glück haben, um die richtige Minute zu treffen. Jetzt weiß ich nicht, wie es drunter aussieht. Ich versuch es einfach mal.« Martina legt einen Teller auf die Röschti und dreht die Pfanne um, so dass der Kartoffelfladen mit der gebratenen Seite nach oben auf dem Teller liegt. Glück gehabt, die Farbe ist ideal goldbraun. Sie lässt die Röschti vom Teller zurück in die Pfanne gleiten, um die andere Seite zu bräunen.

Rechteinhaber: Andrea Thode, Lizenzvereinbarung: Nutzung nur auf Effilee

 

»Ich habe überlegt, was meine Omas gekocht haben. Bei der einen hab ich das komplett verdrängt, weil ich das nicht mochte. Die lebte auf einem ehemaligen Bauerhof, von dem nur die Kaninchen übriggeblieben sind, die wir dann nach und nach aufgegessen haben«, erzählt Martina, die seit langem eine kaninchenresistente Vegetarierin ist, während sie in einer Miniaturpfanne nacheinander Spiegeleier brät und Speck für die fleischfressenden Gäste. Die Röschti bleibt auf niedriger Temperatur in der Pfanne.

»Oh, der Dürrenmatt ist kaputt«, sagt Martina, als sie die angerichtete Röschti serviert. Leicht besorgt schaut sie unter den Tisch. Da liegt der Dürrenmatt leicht zerfleddert unter einem Tischbein, um den unebenen Boden auszugleichen, wie zum Beweis, dass die Schweizer Literatur wesentlich vielfältigeren Nutzen hat, als mancher glaubt. »Röschti kann man nach Belieben variieren. Man kann vorher gebratene Speckwürfel zwischen die Kartoffelstreifen rühren, wenn man kein Vegetarier ist, oder Käse hineinmischen. Und drauftun kann man natürlich auch, wozu man Lust hat.«

Wir sind ganz froh, keine Vegetarier zu sein, denn der Speck macht sich auf den Röschti ganz ausgezeichnet. Und wenn sich dann noch das Eigelb mit den Kartoffeln vermischt, wird es perfekt. Ein kleiner Lauf über einen 350-Meter-Hügel würde danach aber vermutlich wirklich nicht schaden.

Rezept: Röschti

  • Text: Alexander Kasbohm
  • Fotos: Andrea Thode
26. Oktober 2009Von Alexander Kasbohm
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