2008 Riesling Sekt Extra Brut »Jour Fixe«

Immich-Batterieberg
Mosel, Deutschland

 
Text: Hendrik Thoma

Über den Rieslingsekt Jour Fixe bin ich auf dem dritten Vinocamp der deutschen Weinbloggerszene in Geisenheim gestolpert. Aus den dreizehn vorgestellten Schaumweinen stach er erfrischend und eigenständig hervor. Er erinnert so gar nicht an den klassischen Rieslingsekt mit seinen fruchtigen Aromen. Das hier ist ernst gemeint. Der Jour Fixe stammt zu gleichen Teilen aus den Toplagen Winninger Hamm und Oberemmler Altenberg von wurzelechten Reben und wird spontan vergoren. Der Ausbau erfolgt teils im Fuderfass und teils im Stahltank, anschließend wurde der Stoff 2010 versektet. Es wird nach Bedarf abgerüttelt beziehungsweise degorgiert. Wann, ist netterweise auf dem Rückenetikett vermerkt.
Das ist ein kompromisslos knochentrockener, herbmineralisch duftender Sekt ohne Dosage. Das heißt, es bleibt weniger als ein Gramm Restzucker im Wein. Man findet Zitrusaromen, Pfirsich und wilde würzige Hefenoten im Aroma, die von der Spontanvergärung stammen. Allein dieser gekonnte Einsatz zeigt, welch hohes Niveau der Winzer Gernot Kollman vorgibt. Qualitativ spielt der Jour Fixe in der Champagnerliga, aber er bleibt sich und seiner Herkunft treu. Die Säure ist so elektrisierend frisch, dass man damit sogar Zahnstein entfernen könnte.
 Positive Grenzerfahrung für Freunde des trockenen Stils
Bezug ab Weingut, ca. 20 Euro

Aus Effilee #26, Herbst 2013
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