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Tisch decken

Das Wich­tigste bei einer Gäs­te­be­wir­tung sind gute, aus­ge­wählte Spei­sen. Vie­les hängt aber auch vom äuße­ren Erschei­nungs­bild ab.

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Tisch decken


Das Wich­tigste bei einer Gäs­te­be­wir­tung sind gute, aus­ge­wählte Spei­sen. Vie­les hängt aber auch vom äuße­ren Erschei­nungs­bild ab – eine schön gedeckte Tafel macht ein­fach was her und signa­li­siert dem Gast sofort, dass sich hier jemand um sein Wohl­be­fin­den Gedan­ken macht. Beim Tisch­de­cken kann man ein paar Regeln der klas­si­schen Gas­tro­no­mie befolgen:

Vor dem Decken…

Bevor man mit dem Decken des Tisches beginnt, sollte geprüft wer­den, ob der Tisch rich­tig steht – gege­be­nen­falls Kork­schei­ben unter die Tisch­beine legen, wenn der Tisch wackelt. Man sollte auch über­prü­fen ob alle Gäste aus­rei­chend (Sitz-)Platz haben, also Abstand zur Wand und zum Nach­barn (Stich­wort „Ellen­bo­gen­frei­heit“) prü­fen; ggf. Tisch güns­ti­ger stellen.

Die Tisch­de­cke

Dann beginnt man mit dem Auf­le­gen der Tisch­wä­sche. Unter die Tisch­de­cke wird opti­ma­ler­weise eine Mol­ton­un­ter­lage gelegt. Sie ver­hin­dert laute Geräu­sche beim Abstel­len von Geschirr auf dem Tisch und lässt die Tisch­de­cke nicht so schnell ver­rut­schen. Auf die Unter­lage wird dann die Tisch­de­cke auf­ge­legt. Eine Tisch­de­cke hat, wenn man sie auf­klappt, drei Fal­ten, so genannte Brü­che, die man Ober­bruch, Mit­tel­bruch und Unter­bruch nennt. Da der Ober­bruch einen leich­ten Schat­ten auf die Tisch­de­cke wirft, legt man ihn mög­lichst nah an die Licht­quelle, das heißt, man legt ihn par­al­lel zur Licht­quelle. Wenn auf dem Tisch große Tisch­de­cken, so genannte Tafel­tü­cher ver­wen­det wer­den, soll­ten sie von min­des­tens zwei Per­so­nen auf­ge­legt wer­den, um zu ver­mei­den, dass die Decke kraus wird. Bei meh­re­ren überein­an­der lie­gen­den Tafel­tü­chern sollte man dar­auf ach­ten, dass die Brü­che genau inein­an­der über­ge­hen und dass der Über­hang der ein­zel­nen Tücher gleich­lang ist.

Ein­de­cken

Nun kann das Ein­de­cken des Tisches begin­nen: Den Mit­tel­punkt des Gedeck­plat­zes kann ein Platz­tel­ler mar­kie­ren. Man rech­net am Tisch mit 60 bis 80 cm Platz pro Gast. Um beim Ein­de­cken bes­ser an den Tisch her­an­zu­kom­men, wer­den die Stühle um 90° abge­dreht, nach dem Ein­de­cken wie­der aus­ge­rich­tet (Stuhl­kante par­al­lell zur Tisch­kante). Sofern man hat, wird nun der Tisch-Schmuck (Blu­men, Ker­zen etc.) posi­tio­niert. Es folgt nun das Besteck. Die­ses wird immer von innen nach außen eingedeckt.

Man beginnt mit dem Mes­ser für den Haupt­gang. Es liegt rechts neben dem Tel­ler mit der Schneide nach links zei­gend, die Gabel wird links neben den Tel­ler gelegt, die Zin­ken zei­gen nach oben. Gabel und Mes­ser müs­sen soweit aus­ein­an­der lie­gen, dass ein Tel­ler dazwi­schen passt und dass der Tel­ler beide Besteck­teile nicht ver­deckt (kein Pro­blem wenn man Platz­tel­ler ver­wen­det). Liegt gegen­über auch ein Gedeck, soll­ten gegen­über­lie­gende Mes­ser und Gabeln jeweils eine gerade Linie bil­den. Rechts neben dem Tel­ler dür­fen maxi­mal vier Besteck­teile lie­gen, links dür­fen es nur drei sein.

Man deckt die Besteck­teile übli­cher­weise immer eine Fin­ger­breite (Dau­men) über der unte­ren Tisch­kante ein. Neben das Mes­ser legt man auf glei­cher Höhe den Sup­pen­löf­fel. Es fol­gen jeweils rechts bzw. links das Mes­ser und die Gabel für die Vor­speise. Das Besteck für das Des­sert, das aus einem Löf­fel und einer Gabel besteht, wird über dem Tel­ler plat­ziert. Die Gabel kommt quer über den Tel­ler mit dem Griff nach links zei­gend, Zin­ken nach oben. Der Löf­fel liegt quer über der Gabel mit dem Griff nach rechts zeigend.

Wird ein Brot­tel­ler ein­ge­deckt, liegt die­ser links neben dem Tel­ler und den Besteck­tei­len, ideal mit­tig oder eine Fin­ger­breite über der unte­ren Tisch­kante. Das Brot­mes­ser legt man mit der Schneide nach links zei­gend auf den rech­ten Rand des Brottellers.

Spe­zi­al­be­ste­cke

Sollte Spe­zi­al­be­steck erfor­der­lich sein, wird die­ses eben­falls der spä­te­ren Hand­ha­bung ent­spre­chend ein­ge­deckt bzw. nach­ge­deckt (siehe obige Besteck­re­gel) – links die Zan­gen (z.B. Hum­mer– / Schne­ckenz­ange); Spe­zi­al­ga­beln (z.B. Hummer-, Schnecken-, Aus­tern– und Fon­du­e­ga­bel) rechts vom Tel­ler, genauso wie Kavi­ar­mes­ser und –löffel.

Sor­bet– / Gour­met­löf­fel wer­den erst vor dem Ser­vie­ren des Gan­ges nachgedeckt.

Glä­ser

Beim Ein­set­zen der Glä­ser beginnt man mit dem Richt­glas, aus dem das Getränk für den Haupt­gang getrun­ken wird. Es wird genau über das Mes­ser für den Haupt­gang gestellt. Wei­tere Glä­ser kön­nen varia­bel ein­ge­deckt wer­den, aller­dings deckt man immer nur maxi­mal vier Glä­ser ein. Klas­sisch ein­ge­deckt ste­hen die Glä­ser in gera­der Linie zum Richt­glas, aus opti­schen Grün­den in nach links abneh­men­der Größe als „fal­lende Linie“; das Likörglas gehört bei einem klas­sisch gedeck­ten Tisch nicht zum Ein­de­cken. Hat man den Tisch so ein­ge­deckt, kön­nen die Gäste kommen!

Kaf­fee­ta­fel

Wenn die Gäste bei fest­li­chen Anläs­sen, wie z.B. Kom­mu­nion oder Kon­fir­ma­tion eine bereits ein­ge­deckte Kaf­fee­ta­fel vor­fin­den sol­len, geht man hier­bei fol­gen­der­ma­ßen vor:

Der Kuchen­tel­ler sollte in der Gedeck­mitte ste­hen. Die Unter­tasse stellt man rechts ober­halb des Tel­lers, die Tasse wird mit dem Hen­kel nach rechts unten dar­auf plat­ziert. Auf die Unter­tasse legt man den Kaf­fee­löf­fel ober­halb der Tasse mit dem Griff nach rechts unten. Die Kuchen­ga­bel liegt ent­we­der rechts neben dem Tel­ler oder waa­ge­recht ober­halb des Tel­lers mit dem Griff nach rechts zei­gend. Sie kann auch auf dem Tel­ler mit dem Griff nach rechts in Ver­bin­dung mit der Ser­vi­ette liegen.

Und wer es gerne so rich­tig per­fekt liebt, der ach­tet natür­lich auch auf eine kor­rekte Tischordnung.

Tipp:

Wer „vor Ort“ ler­nen möchte, wie man sich kor­rekt an einem per­fekt gedeck­ten Tisch ver­hält, dem seien die Semi­nare von Herrn Uwe Fen­ner und sei­nem Insti­tut für Stil und Eti­kette »Hil­de­gard von Heyne« emp­foh­len. Ein Buch und ein Hör­buch sind auch erhältlich.

5. September 2005
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