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Spargel

Beim ess­ba­ren Teil der Spar­gel­pflanze han­delt es sich um die Spros­sen, also die jun­gen Triebe der Spargelpflanze.

Spargel

Spar­gel

Weiß oder grün?

In Deutsch­land fin­det man in ers­ter Linie wei­ßen Spar­gel auf den Tel­lern der Spar­gel­ge­meinde. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren ist aber in zuneh­men­dem Maße auch die von den Fran­zo­sen bevor­zugte grüne Vari­ante auf den Spei­se­plä­nen zu Hause oder im Restau­rant anzu­tref­fen. Der Unter­schied zwi­schen grü­nem und wei­ßem Spar­gel ist in ers­ter Linie auf die unter­schied­li­che Art des Anbaus zurückzuführen.

Wei­ßer Spar­gel — oder auch Bleichspar­gel genannt — wächst unter der Erde und wird auch dort geern­tet bzw. gesto­chen. Er kommt so mit kei­nem Son­nen­licht in Berüh­rung, wodurch eine Chlo­ro­phyll­bil­dung ver­hin­dert wird. Anders beim grü­nen Spar­gel: Die­ser wächst über dem Boden und färbt sich unter Licht­ein­fluss grün. Das Chlo­ro­phyll sorgt zudem für einen höhe­ren Anteil an Vit­amin C und Karo­tin. Somit ist er im Prin­zip „gesün­der“ als sein wei­ßer Bru­der und zudem auch im Geschmack etwas herz­haf­ter. Geschält wer­den muss der grüne Spar­gel nur ganz unten über der Schnitt­flä­che. Auch gart er schnel­ler als wei­ßer Spargel.

Wei­ßer Spar­gel kann theo­re­tisch auch als grü­ner Spar­gel geern­tet wer­den, aller­dings setzt nach dem Ste­chen meis­tens eine natür­li­che vio­lette Ver­fär­bung ein. Des­halb wer­den für den Grün­spar­gel­an­bau spe­zi­elle Züch­tun­gen ver­wen­det, denen diese Eigen­schaft abge­wöhnt wurde.

Frisch oder alt?

Auf die EU-Handelsklassen für wei­ßen, vio­let­ten, grü­nen oder grün-violetten Spar­gel sollte man sich nicht ver­las­sen. Zwar wur­den diese geschaf­fen, um den Spar­gel­freund und der Spar­gel­freun­din den Ein­kauf zu erleich­tern und einen gewis­sen Qua­li­täts­stan­dard zu gewähr­leis­ten. Trotz­dem kommt es nicht allzu sel­ten vor, dass ein Spar­gel der Han­dels­klasse Extra die Erwar­tun­gen, die an ihn gestellt wer­den, in kei­ner Weise erfüllt und sich als hol­zig und alt auf dem Tel­ler ent­tarnt. Dafür ver­ant­wort­lich sind oft eine zu lange und fal­sche Lage­rung und zu weite Trans­port­wege. Selbst der beste Qua­li­täts­spar­gel ver­wan­delt sich nach ein paar lieb­lo­sen Tagen im Super­markt zu einem hol­zi­gen, mäßi­gen Etwas.

Des­halb ist Fri­sche beim Spar­ge­l­ein­kauf das wich­tigste Kri­te­rium. Fri­scher Spar­gel ist an sei­nen geschlos­se­nen Spit­zen erkenn­bar, wobei auf­ge­blühte Köpfe den Geschmack nicht beein­flus­sen, son­dern nur ein opti­sches Manko dar­stel­len. Zudem soll­ten die Schnit­ten­den nicht aus­ge­trock­net sein. Drückt man ein Schnit­tende leicht zusam­men, muss Spar­gel­saft her­vor­tre­ten, der, wenn er frisch ist, ohne sei­nen säu­er­li­chen Beige­schmack ange­nehm duf­tet. Man­che Spar­gel­händ­ler sind übri­gens pfif­fige Gesel­len und fri­schen ihre Ware gerne wie­der auf, indem die Enden noch­mals kurz abge­schnit­ten wer­den, bevor die Stan­gen erneut in die Aus­lage wan­dern. Die Ober­flä­che von fri­schem Spar­gel gibt leich­tem Druck nicht nach und lässt sich mit dem Fin­ger­na­gel leicht ein­rit­zen. Reibt man die Stan­gen anein­an­der, sollte ein quiet­schen­des Geräusch ent­ste­hen. Spar­gel­stan­gen, die sich bie­gen las­sen, haben nichts im Ein­kaufs­korb ver­lo­ren. Nach dem Ein­kauf sollte Spar­gel mög­lichst bald ver­zehrt wer­den; wenn es sein muss, emp­fiehlt sich die Auf­be­wah­rung im Kühl­schrank, am bes­ten in ein feuch­tes Geschirr­tuch gewickelt.

wohl­schme­ckend oder bitter?

Bit­te­rer Spar­gel­ge­schmack kann ein gan­zes Menü ver­der­ben und zudem den Koch oder die Köchin in Miss­kre­dit brin­gen. Letz­te­res ist aber unbe­grün­det. Zwar gibt es Metho­den, dem Spar­gel even­tu­ell vor­han­dene Bit­ter­stoffe zu ent­zie­hen, indem z.B. ein wenig Zucker oder ein Stück Weiß­brot ins Koch­was­ser gege­ben wird. Rich­tig bit­te­rer Spar­gel lässt sich aber auch durch sol­che Tricks nicht neu­tra­li­sie­ren. Die Schuld am bit­te­ren Spar­gel liegt viel­mehr beim Spar­gel­bau­ern selbst, denn Spar­gel schmeckt nur dann bit­ter, wenn er zu dicht am Wur­zel­stock gesto­chen wurde. In jedem Jahr wächst die­ser ein paar Zen­ti­me­ter in Rich­tung Erd­ober­flä­che. Die Erd­dämme, in denen der Spar­gel wächst, müs­sen also mit jedem Jahr immer ein wenig höher ange­legt wer­den. Ste­hen die Dämme aller­dings zu dicht bei­ein­an­der und ist eine Erhö­hung nicht mög­lich, kann es bei älte­ren Pflan­zun­gen vor­kom­men, dass zu dicht am Wur­zel­stock gesto­chen wird, da man die Länge der Spar­gel­stan­gen aus Ver­kaufs­grün­den nicht redu­zie­ren möchte. Das Ergeb­nis ist dann meist ein bitteres.

Spar­gel wann?

Nach­dem die ers­ten Vor­bo­ten aus Grie­chen­land, Spa­nien und Frank­reich oft schon im März vom Beginn der Spar­gel­sai­son kün­den, beginnt sie in Deutsch­land jedes Jahr — abhän­gig von der Wit­te­rung — Mitte bis Ende April und endet tra­di­tio­nell am 24. Juni (am Johan­nis­tag). Bekannte deut­sche Spar­gel­hoch­bur­gen sind u. a. das schwä­bi­sche Schwet­zin­gen und die Umge­bung von Braunschweig.

Nach dem 24. Juni muss sich die Spar­gel­pflanze rege­ne­rie­ren, um auch im kom­men­den Jahr genü­gend neue Spros­sen bil­den zu kön­nen. Aller­dings gibt es mitt­ler­weile nahezu das ganze Jahr über Spar­gel zu kau­fen, ent­we­der in gefro­re­nem Zustand oder als Importware.

Spar­gel wie?

Rezepte und Zube­rei­tungs­va­ri­an­ten rund um das Thema Spar­gel gibt es unzäh­lige. Die zumin­dest in Deutsch­land wohl popu­lärste Art und Weise, wie man Spar­gel recht ein­fach und puris­tisch genies­sen kann, ist Spar­gel „hol­lan­daise“ — ohne Zwei­fel ein Klas­si­ker. Wer es noch ein­fa­cher mag, begnügt sich mit zer­las­se­ner But­ter und etwas Petersilie.

Bebil­derte Anlei­tung für gedüns­te­ten Spargel.

Eine Alter­na­tive ist z. B. gedüns­te­ter Spar­gel: Spar­gel­stan­gen in eine Pfanne oder eine ofen­feste Form legen, nur knapp mit Was­ser bede­cken, etwas But­ter, Salz und Pfef­fer hin­zu­fü­gen und dann auf dem Herd oder im Back­ofen düns­ten, bis das Was­ser ver­dampft ist.

Spar­gel schmeckt auch sehr gut als kal­ter Salat mit einer Vin­ai­grette oder als aro­men­starke Zutat im Risotto. Die Schäl­reste sind eine gute Basis für eine Spargel(crème)suppe.

Klas­si­sche Bei­la­gen zum Spar­gel sind natür­lich Schin­ken (nicht zu stark geräu­chert), aber auch ein Stück Lachs­fi­let oder ein Kalbs­ko­te­lett pas­sen sehr gut zum Spar­gel und den ent­spre­chen­den hel­len Sau­cen. Was dann Haupt­zu­tat und was Bei­lage ist, bleibt jedem selbst über­las­sen. Junge Kar­tof­feln pas­sen natür­lich immer.

Übri­gens: Frü­her war es üblich, Spar­gel­stan­gen nicht zu schnei­den, son­dern mit den Fin­gern zu essen. Dazu besteht heute kein Anlass mehr, da moderne Edel­stahl­mes­ser das Aroma des Spar­gels nicht ver­fäl­schen. Bei der Zube­rei­tung ist es aber nach wie vor wich­tig, kei­nen Alu­mi­ni­um­topf zu ver­wen­den, da der Spar­gel davon einen metal­li­schen Neben­ge­schmack bekommt.

Nähr­stoff­an­ga­ben

Spar­gel (roh) je 100 g ver­zehr­ba­rer Anteil

  • Ener­gie: 76 kJ
  • Pro­tein: 1,9 g
  • Fett: 0,2 g
  • Koh­len­hy­drate (ver­wert­bar): 2,2 g
  • Bal­last­stoffe: 1,5 g
  • Kalium: 203 mg
  • Vit­amin C: 20 mg

Spar­gel (gekocht) je 100 g

  • Ener­gie: 52 kJ
  • Pro­tein: 1,7 g
  • Fett: 0,1 g
  • Koh­len­hy­drate (ver­wert­bar): 1,2 g
  • Bal­last­stoffe: 1,0 g
  • Kalium: 136 mg
  • Vit­amin C: 16 mg

Um die Nähr­stoff­an­ga­ben mit dem unge­fäh­ren Tages­be­darf eines erwach­se­nen Men­schen zu ver­glei­chen, kli­cken Sie hier.

10. April 2012
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