
César Ritz (Geboren am 23. Februar 1850 in Niederwald im Goms; gestorben am 24. Oktober 1918 in Küssnacht, Schweiz)
César Ritz wurde am 23. Februar 1850 in Niederwald im Goms als 13. Kind eines Schweizer Bauern geboren. In der ersten Zeit seiner Kindheit arbeitete Ritz als Viehhirte bei seinem Vater. 1867, im Jahr der Weltausstellung, verließ Ritz mit 17 Jahren den Hof seines Vaters und ging in die französische Hauptstadt, nach Paris. Er fand schnell Arbeit in dem Hôtel de la Fidélité am Boulevard du Prince Eugène. Ritz putzte Stiefel und bohnerte die Fußböden des Hotels. Später wurde er als Ober in dem renommierten Restaurant Voisin angestellt. Nach dem preußisch-französischen Krieg arbeitet er als Maître d’ hôtel im Hôtel Splendide. Sein weiterer Weg führte Ritz nach Wien, Südfrankreich und zurück in die Schweiz. In dieser Zeit lernte Ritz meisterhaft die Kunst, geschickt mit den Reichen umzugehen. Ebenso lernte er zu schätzen, wie wichtig eine exquisite Küche für ein erfolgreiches Luxushotel ist. Er war inzwischen 30 Jahre alt und seine Karriere zeigte steil nach oben. Ritz ging nach Monte Carlo, um die Stelle des Generaldirektors im Grandhotel einzunehmen. Die Riviera entwickelte sich zu dieser Zeit zu einem sehr beliebten Feriengebiet, das vor allem von den Reichen und Schönen Englands und Frankreichs sehr geschätzt wurde. Ritz brachte Jean Giroix, einen der besten Chefs Frankreichs, mit nach Monte Carlo ins Grand Hôtel. Als die Konkurrenz schmerzlich den Erfolg des Grand Hotels zu spüren bekam, warben sie Giroix ab. Sie boten ihm mehr Geld als das Grand Hôtel und Ritz war zu stolz, auf einen Handel einzugehen. Außerdem hatte er von einem brillanten jungen Küchenchef namens Escoffier gehört. Ritz schickte einen Emissär zu Escoffier, der den Posten des Chefs im Grand Hôtel annahm. Dieser Schachzug sollte sich als genial herausstellen. Die Erfolgsgeschichte des Team Ritz-Escoffierbegann. Zusammen mit Escoffier ging er sechs Jahre später nach London und wurde Generaldirektor des Savoy. Er hatte von Richard D’Oyly den Auftrag bekommen, den Hotels in England zu einer besseren Qualität zu verhelfen. Das Savoy wurde durch Ritz und nicht zuletzt auch durch seinen Küchenchef Escoffier weltberühmt. Das Hotel war über das ganze Jahr ausgebucht und alles was Rang und Namen hatte, logierte im Savoy. Im Savoy fanden alle den Luxus und das besondere Essen, das ihren hohen Ansprüchen mehr als gerecht wurde. 1898 verließ Ritz nach Streitigkeiten mit dem Besitzer das Savoy mit wehenden Fahnen. Er nahm fast das ganze Personal mit - einschließlich Escoffier und seine Küchenbrigade. Im Juni desselben Jahres erfüllte Ritz sich seinen großen Traum und eröffnete zusammen mit Escoffier sein eigenes Hotel in Paris. Le Ritz wurde das modernste Hotel seiner Zeit. Es verfügte über elektrisches Licht. Die Glühbirnen waren aprikosenrosa getönt, um den Teint und den Kleidern der Damen zu schmeicheln. Die Möbel wurden nach denen aus Versailles, Fontainebleau und dem Louvre nachgebaut. Es gab Baccarat Kristall, eingebaute Kleiderschränke und riesige Badezimmer. Der Weinkeller wurde so konstruiert, dass keinerlei Erschütterungen des Straßenverkehrs den 4000 edlen Jahrgangsweinen unter dem Hotel etwas anhaben konnten. Ein paar Straßen weiter wurde ein Reservekeller angelegt, in dem 180.000 Flaschen lagerten. Nicht ganz ein Jahr später folgte ein weiteres Hotel, das Carlton in London. Im Carlton konnten im Restaurant 500 Gäste zur gleichen Zeit speisen und in der Küche hatte Escoffier die Verantwortung über 60 Köche. Später folgte dann noch eine Hoteleröffnung in Madrid. Nebenbei brachte Ritz mit der Hilfe von Escoffier Hotels auf der ganzen Welt zu Weltruhm. Die Hotels des César Ritz waren für ihren eleganten Luxus und für die exquisite Küche des Auguste Escoffier bekannt. Die Hotels waren prunkvoll, ohne überladen zu wirken. Ähnlich, wie einst die weltberühmten pièces montées von Carême beschrieben wurden. Ritz wurde vom Prince of Wales, dem späteren englischen König Edward VII., als „König der Hoteliers und Hotelier der Könige“ betitelt. Aus dem Namen Ritz wurde das Wort „Ritzy“ welches als Synonym für einen eleganten, luxuriösen und prunkvollen Lebensstiel galt. 1903 fand Ritz`Arbeitsleben mit 51 Jahren durch einen körperlichen Zusammenbruch ein jähes Ende. Danach litt er an einer langjährigen tiefen Depression, aus der er sich bis zu seinem Tod 1918 nicht mehr erholte. Die Arbeit wurde von seiner Ehefrau Marie-Louise zusammen mit Sohn Charles Ritz weitergeführt. 1986 wurden das nach César Ritz benannte Institut Hôtelier César Ritz in Le Bouveret, im Schweizer Kanton Wallis, gegründet, aus dem die César Ritz Colleges Switzerland hervorgingen.
Hans-Ole Hagen
Quellen: Wikipedia+ Die klassische französische Küche von Craig Claiborne, Pierre Franey und der Redaktion der Time-Life Bücher erschienen 1983 beim Unipart- Verlag, Stuttgart