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Risotto

Risotto

Bedeutung

Risotto ist nicht einfach ein italienischer Reisbrei. Ein Risotto ist eine Aromenschatulle. Nahezu jede Zutat lässt sich in ihm verarbeiten – und genau das macht ihn anfällig für die fälschliche Annahme, man könne ihn halt „irgendwie“ zusammenrühren. Historisch ist der Risotto ein Gericht Norditaliens. Dort, in der Poebene, findet sich auch das einzige nennenswerte Anbaugebiet für Reis innerhalb Europas.

Produkte

Zwei der wesentlichen Grundlagen für einen Risotto werden schon beim Einkauf bzw. bei der Vorbereitung geschaffen. Erstens durch die Wahl der Reissorte: Basmati, Parboiled oder Duftreis; sie alle scheiden aus. In Frage kommt nur ein (italienischer) Reis mit genügend Amylopektin, also jener Stärke, die im Garprozess für die nötige bindungsgebende Sämigkeit verantwortlich ist. Drei Sorten sind hauptsächlich bekannt:

  • Arborio - in Deutschland am häufigsten in den Supermärkten zu finden, mit guter Bindungskraft und etwas festerer Konsistenz
  • Vialone Nano - ein Rundkornreis, der sich für etwas flüssigeren Risotto besonders eignet („all ondo“, wie die Venezianer sagen)
  • Carnaroli - ein erst in diesem Jahrhundert neu gezüchteter, besonders robuster Reis. Sehr beliebt bei Profiköchen und etwas teurer als die anderen.

Grundrezept

Man rechne man pro Person ca. 80 Gramm für eine Vorspeisen- und ca. 110 Gramm für eine sättigende Portion. Zweite wesentliche Grundlage: eine hochwertige Garflüssigkeit, also eine hausgemachte Fleisch- oder Gemüsebrühe; notfalls verdünnter Fond. Die Flüssigkeit wird zunächst parallel zum übrigen Kochgeschehen langsam bis zum Siedepunkt erhitzt.

Die dritte Grundlage besteht in dem, was der Italiener als Battuto und Soffritto bezeichnet. Battuto ist die Mischung aus kleingehackten Basiszutaten, die beim Risotto so gut wie immer aus Zwiebeln (besser sind Schalotten) besteht, sowie aus anderem Gemüse, das in der Basisversion Möhre und Staudensellerie beinhaltet. Dies alles wird (Zwiebeln zuerst) in einer Mischung aus Butter und robustem Pflanzenöl angeschwitzt (das nennt sich dann Soffritto) - bitte nur so lange, bis die Schalotten glasig werden.

Risotto Risotto mit Pilzen.

Nun folgen die übrigen Zutaten bzw. erst noch der Reis, dem eine kurze „Fettkur“ im Topf stets gut tut. Die Hitze bleibt hoch! Nun schöpfkellenweise Brühe dazu und rühren, rühren, rühren. Wer mag, kann auch zunächst mit einem ordentlichen Schuss Weißwein starten und erst danach Brühe hinzufügen. Erst wenn die Flüssigkeit verdampft ist und die Zutaten fast anbrennen, kommt neue Flüssigkeit hinzu. Natürlich kann man auch die ganze Flüssigkeit auf einmal hineingeben und sich dann die Wartezeit mit Patiencen vertreiben – aber das rächt sich, denn dann erhält man nur einen Reisbrei und keinen Risotto. Irgendwann dann wird der Zeitpunkt erreicht sein, an dem der Risotto cremig gebunden und das einzelne Reiskorn gar, aber innen noch bissfest ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Nun ist es Zeit für das Mantecare, den Veredelungsprozess mittels Butter, Parmesan und ggf. Petersilie oder Basilikum – fertig.

Wie in der Zwischenzeit das spezifische Aroma an den Risotto kommt, hängt von den einzelnen Zutaten ab. Einiges wird beim Soffritto mit angeschwitzt (z.B. Zucchini), anderes kommt erst kurz vor Schluss dazu (z.B. Meeresfrüchte). Zum Teil entstehen auch weitere Flüssigkeiten, die ihre aromatischen Dienste leisten können. So auch bei zwei besonders beliebten Risottos (nein, nicht Risotti, diese Seite ist nicht italienischsprachig…): Im Herbst der Steinpilzrisotto, bei dem getrocknete Pilze wahre Wunderdinge vollbringen und ihr Einweichwasser in gefilterter Form dem Risotto zu Gute kommt. Und im Frühling der Spargelrisotto, für den man die Brühe mit dem Spargelkochwasser vermengt. Das alles klingt nach reichlich Arbeit? Ist es auch. Aber wirklich schwierig ist es nicht. Mit den richtigen Zutaten und der nötigen Geduld bringt man für die Zubereitung schon zwei Grundvoraussetzungen mit. Aufgrund der speziellen Anforderungen an die Zubereitung und ihrer weitgehenden Imkompatibilität mit den Abläufen in einer Restaurantküche geraten Risottos in Restaurants übrigens regelmäßig schlechter als zu Hause. Wer in einem Restaurant einen guten Risotto bekommt, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit ein sehr gutes Haus gefunden.

Irgendjemand nannte mal einen Risotto den besten gekochten Liebesbeweis, den man erbringen könne. Da ist was dran.

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Zwiebel
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Die Zwiebel gehört zu den Lauchgewächsen, wie auch Lauch und Knoblauch.

Version Nr. 9.

Letzte Änderung: 22. Okt 2007, 21:16. Der Beitrag wurde 17021 mal gelesen. Autor: guido  Mitschreiber: Zitronenpauke , Brezel , aka , Fleischwolf

flow meint :

Das Rühren beim Risotto ist nicht nur damit er nicht anbrennt, sondern durch die Reibung der Reiskörner die Stärke ausdringt und ihn so cremiger macht.

Frans Gans meint :

Hmmm, ich stehe ja auch auf den cremigen Risotto und sehe das wie flow. Häufiger treffe ich aber auf die Aussage, dass die Körner einzeln gut definiert und weniger cremig/klebrig sein sollen. Ich meine damit keine "Reispampe", aber cremig. Was ist eigentlich richtig?

guido meint :

Ich finde, beides ist zutreffend: Der Außenbereich des einzelnen Reiskorns sollte eine cremige Liaison mit den übrigen Körnern eingehen, das einzelne Reiskorn aber einen leichten Biss haben, al dente sozusagen. Durchaus je nach Zutaten unterschiedlich handhabe ich die Frage, wie flüssig oder fest der Risotto insgesamt ausfallen sollte. Angeblich liebt der Venezianer seinen Risotto eher "all 'onda", also recht flüssig, was dann aber auch wieder mit der Reissorte zusammenhängt (Vialone Nano ergibt flüssigere Risotti).

Lambrusco44 meint :

Der richtige Risotto wird wie es die Venezianer verlangen serviert und zwar "all´onda" (etwas flüßig) weil es dort gewöhnheit ist das Risotto auf einen Behälter auf den Tisch zu servieren. Damit bleibt das Risotto länger warm für jeder der nach und nach sich bedienen kann ....und..... wenn "all´onda" serviert ist bleibt das Gericht bis der letzte Korn cremig.

underglaze meint :

Der Trick bei "all´onda" ist dass es so flüssig aussieht als könne man es nur mit dem Löffel essen aber dann eine Gabel trotzdem ausreicht um den (tiefen) Teller komplett leer zu machen. So ist es mir im letzten Piemont-Urlaub gegangen beim Kräuterrisotto mit Flußkrebsen, der schlicht ohne Löffel serviert wurde.

DJ_Brandblase meint :

Ich habe in diesem Jahr zum ersten Mal Risotto gegessen (bin 39 und koche seit ich18 bin) und hätte sehr gerne jemanden dafür verklagt, dass es mir vorher nie zubereitet wurde! Was für eine Schande! Jetzt esse ich jeden Tag Risotto, um die verlorenen Jahre aufzuholen. Na ja, fast :) Jedenfalls möchte ich Weihnachten auf einem "Risottokreis" (also mit Metallring portioniert) einen Fisch legen, mir ist aber noch nicht wirklich ein fester Risotto gelungen, außer wenn er kalt ist. Gibt es da einen guten Trick? Mehr Parmesan oder den Reis vorher lange waschen?

Vijay Sapre meint :

Muß schon cremig sein, sonst ist es kein Risotto. Lieber den Fisch daneben legen.

DJ_Brandblase meint :

Grad hab ichs hinbekommen! So wie bei Eurem Rezept "Kabeljaufilet auf Apfel-Lauch-Risotto mit Granatapfelsauce". Ich hab die Flüssigkeit immer bis zur Schmerzgrenze einkochen lassen und weniger Parmesan genommen. Cremig war er trotzdem. Aber du hast Recht, Vijay, ich lege den Fisch daneben, sieht blöd aus oben drauf :)

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