Effilee
 
 

Ingwer

Ingwer

(engl. ginger; franz. gingembre; span. jengibre; ital. zenzero; jap. shôga)

Beim Ingwer handelt es sich um die Wurzeln bzw. Rhizome einer schilfähnlichen Pflanze aus dem asiatischen Raum. Heutzutage wird er in allen tropischen und subtropischen Regionen rund um den Globus herum angebaut. Geerntet wird immer nach der Pflanzenblüte.

Frisches Ingweraroma kann als fruchtig-scharf und durchaus brennend beschrieben werden. Verantwortlich hierfür sind die im Wurzelfleisch enthaltenen, sehr aromatischen ätherischen Öle. Anders als bei Chili-Schoten ist für die Schärfe des Ingwers nicht Capsaicin sondern das sogenannte Gingerol verantwortlich. In Zeiten von „Pfeffermangel“ wurde in Mitteleuropa häufig statt Pfeffer Ingwer verwendet, um so den entsprechenden Speisen die richtige Schärfe zu verleihen.

Als grüner Ingwer werden jung geerntete Ingwerwurzeln bezeichnet. Sie sind im Geschmack etwas milder.

Wie man ihn zubereiten kann:

  • Ingwer roh: In der südostasiatischen Küche wird Ingwer bevorzugt in roher Form verwendet. Fein gerieben, als Julienne oder Brunoise geschnitten, wird er ohne lange mitzukochen den landestypischen Gerichten beigefügt. So bleibt der frische, würzig scharfe Geschmack am besten erhalten. Oftmals wird der geschnittene Ingwer vorher kurz in Wasser eingelegt.
  • Ingwer gekocht: Wird Ingwer in einer Speise mitgekocht, so verliert er zwar an Frische, gewinnt aber an Schärfe. Wenn es um Fleischgerichte geht, kommt bei dieser Zubereitungsvariante eine weitere Besonderheit des Ingwers zum Tragen: Ein in der Wurzel enthaltenes, eiweißspaltendes Enzym lässt Fleisch zarter werden. Ein Effekt, der übrigens auch zum Marinieren genutzt werden kann.
  • Ingwer gebraten: In der Pfanne in Öl oder Butterfett gebraten, verliert der Ingwer sowohl seine Frische als auch seine Schärfe. Stattdessen bereichert er eine Speise dann mit einem milden, subtilen Aroma. Besonders in Indien und auf Sri Lanka bevorzugt man diese Form der Zubereitung, wobei der gehackte Ingwer meist zusammen mit Zwiebeln und Knoblauch angebraten wird, um eine Grundlage für feinwürzige Saucen und Currys zu schaffen. (Wer ein gutes Beispielrezept für diese Art der Zubereitung sucht, der wird unter Chicken Vindaloo fündig.)
  • Ingwer getrocknet: Aus getrocknetem Ingwer wird Ingwerpulver hergestellt, welches äußerst scharf sein kann. Grundsätzlich weist es einen völlig anderen Geschmack als frischer Ingwer auf und sollte deshalb in der Küche nicht als Ersatz der frischen Variante verwendet werden. In Gegenden, in denen traditionell frischer Ingwer erhältlich ist, spielt die pulverisierte Variante in der regionalen Küche meist keine Rolle. In Europa ist Ingwerpulver in den vergangenen Jahren etwas aus der Mode gekommen. Hier ist es als Zutat im Weihnachtsgebäck bekannt, fand früher aber auch zum Würzen pikanter Saucen und Suppen Verwendung. In der französischen Küche ist es noch heute Teil der Quatre épices, einer Gewürzmischung, deren Ursprung aus dem Barock stammt.
  • Ingwer süß oder flüssig: Ingwer als Süßspeise ist auch in deutschen Landen als kandierter Ingwer bekannt. In England war man in Bezug auf die Verwendung der exotischen Wurzel kreativer: Gingerbread, Gingerbeer, Gingerwine oder Gingerlikör heißen die dortigen Spezialitäten. Auch Ginger Ale darf an dieser Stelle nicht vergessen werden, welches sich vor allem im den Vereinigten Staaten großer Beliebtheit erfreut. Durch Überbrühen oder kurzes Kochen von frischen, dünnen Ingwerscheiben lässt sich auf einfache Art und Weise Ingwertee zubereiten, der sowohl bei tropischen Temperaturen als auch bei tiefen Minusgraden genossen werden kann.

Was man beim Einkauf wissen sollte:

Frischer Ingwer ist mittlerweile in jedem gut sortierten Supermarkt erhältlich. Beim Kauf sollte man aber ein paar Dinge beachten. So besteht zwischen dem Umfang einer Ingwerwurzel und ihrer Schärfe ein direkter Zusammenhang. Je dicker die Knolle ist, desto schärfer ihr Aroma. Im Innern ist sie dann zudem meist etwas gröber und faseriger. Eine glatte und glänzende Schale zeigt einen hohen Frischegrad an. Je runzeliger und stumpfer die Oberfläche, desto älter und trockner das Stück Ingwer. Langes Lagern sollte grundsätzlich vermieden werden. Auch wenn der Ingwer nicht zu schimmeln beginnt, so verliert er doch schnell seine ätherischen Öle und damit sein Aroma. Zur Konservierung legt man in Japan frischen Ingwer deshalb auch in Essig ein, in China verwendet man stattdessen Sirup. Der beste Ingwer in Sachen Aroma soll übrigens auf Jamaica angebaut werden, der schärfste in Westafrika.

Nährstoffangaben

Ingwer (Wurzel) je 100 g

Um die Nährstoffangaben mit dem ungefähren Tagesbedarf eines erwachsenen Menschen zu vergleichen, klicken Sie hier.

Chili
Chillibl_te.jpg
Sind das nun Chili oder Peperoni dort in der Auslage vom Gemüsemann? Und wo ist eigentlich der Unterschied zwischen beiden? Nun: A…
Essig
essig.jpg
Wie sich Essig definiert: Speiseessig darf in Deutschland zwischen 5 % und 15,5 % Essigsäure enthalten. Bei einem Essigsäuregehalt v…
Fleisch
1_fleisch.jpg
Aus dem Wörterbuch der Gebrüder Grimm: „das eszbare thierfleisch, ein hauptbestandtheil unsrer nahrung: weiches, zartes, mürbes, fau…

Version Nr. 13.

Letzte Änderung: 19. Apr 2007, 17:26. Der Beitrag wurde 22097 mal gelesen. Autor: Kyrano  Mitschreiber: Shampoo Horn , Zitronenpauke , Brezel , Pastaprinzessin , nigiri-ninja , aka , Suppenschlumpf

4 Kommentare bisher:

Kommentare

Autodidaktylus meint :

Was man dazu noch sagen muss ist, dass man von Ingwer auch die Blätter benutzen kann. Man nutzt sie wie Lorbeerblätter, ist diese also nicht mit. Im unterschied zur Wurzel haben die Blätter ein leicht zitronengrasähnliches Aroma zusätzlich zum Ingwer-geschmack, der in den Blättern allerdings nicht so scharf ist. Die Blätter kann man zwar (galube ich) nicht kaufen, man kann sich aber aus den im Handel erhältlichen Wurzelknollen leicht eine eigene Pflanze ziehen.

guido meint :

Hallo Autodidaktylus, spannender Tipp - werde ich mal ausprobieren. Klingt nach einem tollen Suppengewürz. Kann man dann von den selbstgezogenen Pflanzen auch Knollenabschnitte entfernen, ohne dass die Pflanze eingeht?

Autodidaktylus meint :

Ja, das geht. Allerdings nur, wenn die Pflanze meherere Triebe bekommen hat, dann kannstd du dazwischen ein Stück rausschneiden und die beiden Stücke dann umtopfen. Aber erst nach der Blüte.

Und ob das auch anders geht hab ich keine Ahnung. Das hb ich noch nicht ausprobiert

MalerKoch meint :

Hallo Autodidaktylus, ich bin völlig unbedarft in solchen Dingen, deshalb auch meine vielleicht naive Frage: kannst Du den Vorgang "aus den Wurzelknollen eine eigene Pflanze ziehen" etwas näher beschreiben?

Ihr Kommentar:

Kommentieren…




Gefällt mir!
Bisher 0 Bewertungen.
Weiterempfehlen
Drucken
Link kopieren

Socialmedia

Suche

Jetzt am Kiosk

Magazin für Essen und Leben

Werbung



Aktive Nutzer

Was ist hier los

Produktempfehlungen

Shirts & Schürzen
Gut aussehen und gleichzeitig peinlichen Mißverständissen vorbeugen.
T-Shirt: Ich bin nicht schwanger, ich bin fett

Für Männer und Frauen, 19,90 Euro
 
Effilee bei