
„Foie gras“ heißt wörtlich übersetzt „fette Leber“. Es handelt sich um die Lebern von Gänsen oder Enten, die durch die Mast extrem vergrößert und eben fett sind. Bei der Mast werden die Tiere „genudelt“; ihnen wird zwangsweise täglich deutlich mehr Nahrungsbrei verabreicht, als sie selbst essen würden.
Dieser Form der Mast wegen ist die foie gras eines der umstrittensten Lebensmittel überhaupt. Andererseits ist kaum zu leugnen, dass eine gut zubereitete Enten- oder Gänsestopfleber mit ihrer geradezu ätherisch-schmelzenden Textur einen ganz und gar einzigartigen Genuss verschaffen kann.
Darüber, ob die Enten- oder die Gänsestopfleber vorzuziehen ist, gehen die Meinungen auseinander. Die Entenleber ist kräftiger und aromatischer, die Gänseleber geschmacklich tiefer und feiner. Die Gänseleber enthält mehr Collagen und behält deshalb beim Erhitzen bzw. Garen ihre Form besser, während die Entenleber zum schmelzen neigt. Wer also beispielsweise Wachteln damit füllen will, der sollte zur teureren Gänseleber greifen.
Foie gras ist häufig Bestandteil von Terrinen bzw. Galantinen. Frische foie gras muss vor allem fest sein. Die Farbe kann gelblich sein oder auch rosa, sie ist kein Qualitätsmerkmal. Ein kleines Stückchen, mit der Messerspitze aus der Mitte zwischen den Lappen geschnitten, sollte sich zwischen den Fingern zu einem Kügelchen rollen lassen und sich nicht auflösen. (Immer vorausgesetzt, man findet überhaupt frische foie gras, so ist es hierzulande zugegebenermaßen eher unwahrscheinlich, dass der Händler diese Probe zulassen würde...) Die Lappen werden auseinandergebogen, dann der Länge nach aufgeschnitten um die Adern herauszupulen („Entnerven“).
Frankreich, weltgrößter Markt für „Foie gras“ muss das Gros seines Bedarfes importieren. Die Masse der Gänselebern kommt inzwischen aus Ungarn. In Israel, lange Zeit die Qualitätsadresse für Gänseleber, ist das „Stopfen“ der Gänse seit kurzer Zeit verboten.
Wie so oft bei den ganz feinen Sachen ist bei der Zubereitung weniger mehr: In dünne Scheiben schneiden (ca. 0,5 bis 1 cm), mit etwas Mehl bestäuben und wenige Sekunden in Butter Sautieren, Salz und Pfeffer darüber, dazu ein paar Apfelstückchen, die kurz mit etwas Ingwer und Zucker in Sauternes gedünstet wurden. Das ist jedenfalls so köstlich, dass man für einen Moment das schlechte Gewissen (siehe oben) vergessen kann. Zur Foie gras trinkt man traditionell einen guten Süßwein, idealerweise einen Sauternes.
Im feudalen Frankreich mussten die Bauern das Geflügel dem Fürsten geben und durften lediglich die Innereien behalten. Deshalb sorgten sie dafür, dass möglichst viel von der Gans Innerei war, und so wurde – so will es jedenfalls die Legende – die Gänsestopfleber erfunden.
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NoFoieGras meint :Sehr geehrte Damen und Herren, Es stimmt, Foie Gras ist eines der umstrittensten Lebensmittel überhaupt, weil es eines der wohl ekelerregendsten Beispiele dafür ist, wie die Menschen für den vermeintlichen Luxus zur Tierquälerei greifen! Wie oben schon erwähnt, wird den Gänsen oder Enten zur Zwangsfütterung mit einem Metallrohr brutal in den Schlund gestoßen, damit ihre Leber zu einer krankhaften Größe anwächst. Unter diesen Umständen erleiden die Tiere unvorstellbare Schmerzen und nicht selten passiert es, dass die unter Zeitdruck stehenden Arbeiter den Tieren den Hals durchstoßen, sodass sie verbluten. In verdreckten und winzigen Käfigen vegetieren die verletzten und bewegungsufähigen (wegen der Schmerzen und des enormen Gewichtes) Tiere vor sich hin. Es gibt Fälle aus bekannten Zuchtbetrieben, bei denen Gänse von Ratten bei lebendigen Leib aufgefressen wurden, weil sie sich nicht bewegen konnten. Also, nur um das leider nur kurz angesprochenen Leid der Tiere in der Foie Gras Produktion etwas zu verdeutlichen! Nur ein Blick in einen Foie Gras Zuchtbetrieb würde reichen um ein Leben lang auf diesen "ätherisch-schmelzenden" Geschmack verzichten zu können! Mit freundlichen Grüßen Charlotte Jobs |
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Die Marie vom Hafen meint :Gerne würde ich erfahren in welchem Betrieb Sie die genannten Zustände gesehen haben Frau Jobs. Die Enten bzw. Gänsestopfleber wird derzeit nur in der EU produziert und für die gesamte EU gelten sowohl Tierschutz wie auch Hygiene -bestimmungen die insbesondere in dem Beispiel mit den Ratten zu einer schnellen Schliessung der betroffenen Betriebe führen würden. Mit freundlicher Empfehlung Die Marie vom Hafen |
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rocksportrocker meint :Ich habe letztes Jahr im Fernsehen einen Bericht zur Gänsemast in Frankreich gesehen, es war ARD oder ZDF. Und was die da gezeigt haben hat mir den Genuss von Stopfleber auf Dauer verdorben. Soviel zum Thema Tierschutz in der EU. Gruß, Uwe |
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KTeute meint :Hallo Genießer, neben den erwähnten Sendungen gab es auch andere. Auf Arte waren mehrere male die Stopfleber Thema von Dokumentationen. Wie so oft gibt es solche und solche Betriebe. Ich kenne auch einen anerkannten ökologischen Mastbetrieb der entsprechende Preise verlangt. Ich bin kein Tierarzt aber die Lebenserwartung dieser Enten und Gänse ist ja ohnehin nicht besonders groß. Die Frage ist wohl, ob die krankhafte Schädigung der Leber bereits vor dem schlachten erfolgt oder die Leber durch das erhöhte Füttern erheblich aufgeschwemmt wird um dieses zu verwerten. Vielleicht kann hierzu jemand fachkundiges Beitragen? Guten .... |
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NoFoieGras meint :Hallo, Mich interessiert, was sie mit solchen und solchen Mastbetrieben meinen? Mastbetriebe bleiben Mastbetriebe und stellen Tierfabriken da, in denen in Rekordarbeit möglichst viel produziert und ein möglichst hoher Gewinn erzielt werden soll. Und je höher der Druck ist, desto mehr leiden die Tiere. Wer glaubt, das deutsche Tierschutzgesetz regelt schon alles und gewährleistet Tieren in Mastbetrieben ein schmerzloses Leben, der täuscht sich. Wer kennt sie nicht die Bilder der ´Tauseden zu Kannibalen werdenden Hühner in Legebatterien? Ist das artgerecht? Zur Frage, ob Stopfleber vor oder nach dem Schlachten entsteht: Die risigen Mengen Futter, die die Gans verdauen muss, übersteigen den Nahrungsbedarf um ein Vielfaches. Überschüssige Nahrungsenergie wird bei Gänsen und Enten in der Leber gespeichert, weshalb diese bald verfettet. Die Leber wächst zu dem 10-fachen der normalen Größe an! Diese wiederliche Produktion ist weder schmerzfrei (auch nicht bei angeblich "ökologischen" Mastbetrieben) noch zu rechtfertigen!!!! Ich hätte liebend gerne ein paar Bilder aus "anerkannten" deutschen Mastbetrieben sowie der Foie Gras Produktion hier gezeigt, allerdings ist das kaum zumutbar und wahrscheinlcih auch nicht gestattet! Schade! Mit freundlichen Grüßen |
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papadoc meint :Menschen tun Tieren einiges an. Einerseits um sie zu essen, aber auch über das Schicksal von Schoßhündchen, Goldhamstern und Schildkröten ließe sich trefflich lamentieren. Nun rechtfertigt das eine Leid nicht das des Anderen, dennoch ist mir diese Foie-Gras Basherei zuwider. Denn der Zorn entzündet sich stets daran, daß es hier darum geht, ein möglichst gutes Produkt mit höchstem Genußwert zu erzeugen und nicht, wie an anderen Stellen darum, möglichst viel möglichst billig herzustellen. Das ist offensichtlich immer zu rechtfertigen, obwohl in dem Fall nicht nur das Tier sondern auch der Mensch leidet, der es isst. |
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Herb meint :an KTeute - zu Ihrer Frage: "Die Frage ist wohl, ob die krankhafte Schädigung der Leber bereits vor dem schlachten erfolgt oder die Leber durch das erhöhte Füttern erheblich aufgeschwemmt wird um dieses zu verwerten. Vielleicht kann hierzu jemand fachkundiges Beitragen?" Die "krankhafte Schädigung" der Leber entsteht selbstverständlich VOR dem Schlachten, bedingt durch die zwangsweise vorgenommene "Überernährung" , durch die das krankhafte Wachstum der Leber ja erst angeregt und unterhalten wird. Es ist jedem Foie gras-Liebhaber anzuraten, mal solch eine Mast-(Stopf-)Betrieb mal zu besichtigen.... wem dann die Lust auf Foie gras nicht vergeht, der ist auch "hart" genug in China das Hirn lebender Affen zu "verspeisen". an papadoc: Ich habe Deine Beiträge immer ststs geschätzt, aber hier muss ich Dir widersprechen!!! Auch der feinste Gaumenkitzel (und mehr ist Foie gras schlussendlich nicht) rechtfertigt m.E. nicht das Leiden, das damit Lebewesen zugefügt wird. Mit der gleichen Begündung könnte man die Wieder-Zulassung der Froschschenkel als "Delikatesse" fordern... |
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papadoc meint :Wenn ich Gänseleber esse, dann weiß ich jedenfalls, was ich tue. Ich frage mich, wer von denen, die hier den Zeigefinger erheben, zum Beispiel im Sommer ein Eis isst. Denkt Ihr dann daran:
Das ist übrigens nur ein Beispiel von ganz vielen. Schokoriegel, Shampoo (auch tierversuchtsfrei) und Fertignudeln sind andere. Das wirkliche Problem ist die Entfremdung von dem, was wir essen. Am Ende steht - ökologisch unbedenklich - Soylent Green |
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KTeute meint :Danke für eute Beiträge. papadoc kann ich nur zustimmen. Sahra Wiener hat einmal in einem Beitrag einen Mastbetrieb besucht und darüber berichtet. Bei aller ihrer Skepsis konnte sie beobachten, dass die Enten oder Gänse von selbst zu dem Stopftrichtern gerannt sind. Bei allem bleibt immer noch die Frage: Ab wann wird die angeschwollenen Leber schmerzhaft? Bevor weiter darüber emotional diskutiert wird, sollte diese Frage beantwortet werden. Ich bin kein Mediziner, kann diese Frage nicht eindeutig beantworten. Die Biomast sieht nicht so aus wie eine Legebaterie! Da laufen die Enten über eine Wiese und bekommen nur Stopffutter aus Bioanbau. Grüße an alle |
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sstark meint :Wir machen seit Jahren immer wieder Urlaub in Kirrwang im Allgäu und haben früher gerne das Restaurant Kitzebichl(.de) besucht. Diese Woche haben wir dort auf der Speisekarte Stopfleber-Gerichte entdeckt. Vor zwei Jahren, bei unserem letzten Besuch, haben sie dort noch stolz auf Fleisch und Fisch aus heimischer Produktion, naturbelassene Säfte und hochwertige Zutaten verwiesen. Diese bodenständige und glaubwürdige Herangehensweise hat uns damals beeindruckt, Stopfleber gab es nicht. Wir schätzen gehobene Küche sehr und sind alles andere als "Öko-Müslis". Aber wir möchten beim Genuß auch ein gutes Gefühl haben und wissen, daß die Zutaten nicht nur frisch und unbelastet, sondern auch ethisch, ökologisch und sozial vertretbar erzeugt sind. Daher haben wir ein E-Mail an die Betreiberfamilie geschickt und unsere Besorgnis zum Ausdruck gebracht. Wenn es lediglich zu einer - vielleicht auch negativen - freundlichen Antwort gekommen wäre, hätten wir die Sache sicherlich auf sich beruhen lassen. Aber diese Antwort - lesen Sie unten selbst - konnten wir nicht auf sich beruhen lassen: --------------- Servus Frau Stark Vielleicht verzichten Sie auch mal auf ein Medikament für das Tiere ihr Leben lassen, aber uns Menschen das Leben erträglich machen könnte. Wissen Sie Frau Stark - uns Köchen die nur um das Wohl unserer Gäste und Mitarbeiter besorgt sind, mit solchen E-Mails das Leben schwer zu machen - gelingt nicht. Ich stehe dazu. Solange Gänsestopfleber nicht vom Markt genommen oder verboten wird, wird dies ein Bestandteil unserer Gourmetküche bleiben, da ich auf diesen Gästekreis der diese Leber mit Genuß verspeist, auch aus wirtschaftlichen Gründen nicht verzichten kann. Und nun würde ich Sie bitten uns oder andere Kollegen mit Ihrer Hetzkampagne zufrieden zu lassen. Wir tun nichts verbotenes. Herzlichst Fam. Ritzinger |
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morue meint :Ich finde diese Besserwisserei unerträglich. Lassen Sie doch die Leute das essen was Sie mögen, Stopflebern schmecken halt dem einen oder auch so etwas hervoragendes wie Kutteln. Hier in diesem Forum wird über gutes Essen geschrieben. Weltanschauungen und Religionen überlassen wir Philosophen und Theologen, die aber durchaus auch gutes Essen lieben. auch gepökeleter und luftgetrockneter Kabeljau schmeckt . Beste Grüße morue |
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ulrich.fuchs meint :Eins vorne weg: Ich liebe gutes Essen und verstehe etwas davon. Also bitte morue und Co: Ersparen Sie uns solch flachgeistige Kommentare. Es geht nicht drum, ob Stopfleber schmeckt. Um ein extremes Beispiel zu nennen: Wenn jemand argumentiert, menschliches Fleisch schmecke ganz hervoragend, würden Sie diesen dann auch "essen lassen, was er mag"? Nein, gutes Essen rechtfertigt eben nicht alles. Wir werden als von der Natur als Allesfresser gebaute Organismen wohl mit dem moralischen Problem fertig werden, für unser Überleben anderes Leben zu vernichten (Vegetarier werden damit nicht fertig, eine Position, die ich nicht teile, aber verstehe). Nur verbietet es die Moral definitiv, diesem anderen Leben überflüssiges Leid zuzufügen, nur um unseren Genuss zu steigern. Mit dem Argument, dass Genuss und wahlweise auch Ästhetik alles rechtfertigt, lässt sich auch blutigste Barbarei in die hinterste Ecke der Wahrnehmung verdrängen (bei Gelegenheit mal wieder Kubricks Clockwork Orange sehen oder sich an römische Gladiatorenkämpfe erinnern - Gewalt *kann* ästhetisch sein). Keine Gaumenfreude rechtfertigt daher Gerichte wie Ortolan, Froschschenkel, das japanische Ikizukuri oder eben Foie Gras. Sie mögen lecker sein - aber moralisch vertretbar ist weder ihre Herstellung, noch ihre Zubereitung, noch ihr Genuss. Zwei schöne Artikel zum Thema in der Zeit: |
jens hat die Frage Die Neue Japanische schnitttechnik!!!! beantwortet.
jens hat die Frage Tierquälerei..... Ja oder Nein??!! beantwortet.
fressack hat die Frage Tierquälerei..... Ja oder Nein??!! beantwortet.
fressack hat die Frage Die Neue Japanische schnitttechnik!!!! beantwortet.
jorgin hat das Rezept Schnecken - Kartoffeln vom Grill bearbeitet.
jorgin hat das Rezept Schnecken - Kartoffeln vom Grill bearbeitet.
jorgin hat dem Rezept Schnecken - Kartoffeln vom Grill ein Schlagwort gegeben.
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