
Sind das nun Chili oder Peperoni dort in der Auslage vom Gemüsemann? Und wo ist eigentlich der Unterschied zwischen beiden? Nun: Ausschlaggebend für die korrekte Handelsbezeichnung ist in unseren Gefilden das Herkunftsland: Kommen die Schoten aus Europa bzw. speziell dem Mittelmeerraum heißen sie Peperoni, stammen sie aus Mittelamerika oder Asien, hat man es mit Chili zu tun. Alle beide aber sind Früchte der Gewürzpaprikapflanze und zählen somit botanisch zu einer einzigen Art. Eigentlich sind Chili also Peperoni und Peperoni im Grunde auch Chili. In der Schweiz ist mit Peperoni allerdings meist eine Paprika gemeint. In Großbritannien wird eine mit Paprika gewürzte Salami als Peperoni bezeichnet – eine für die Pizzabestellung nicht ganz unwesentliche Information.
Ursprungsland der Chili ist Mittel- und Südamerika. Dort gehörten Sie bei den ansässigen Ureinwohnern fest auf den Speiseplan. Wie für so vieles andere auch dienten die spanischen Einwanderer ihnen als Reisevehikel und so verbreitete sich die scharfe Schote im Mittelmeerraum aus. Durch den damaligen Imperialismus und die Handelsbeziehungen in den asiatischen Raum breiteten sich die Chili bald auch dort aus.
Chili sind scharf. Verantwortlich für die Schärfe ist das so genannte Capsaicin, welches sich konzentriert vor allem in den Samen und Scheidewänden der Schote befindet. Wer also Chili „zähmen“ möchte, entfernt diese vor der Zubereitung. Dabei sei Vorsicht geboten, denn Capsaicin kann bei Berührung mit Augen und Schleimhäuten zu starken Reizungen führen. (Um das scharfe Zeug nach der Verarbeitung wieder von den Fingern zu bekommen, sollte man diese vor dem Waschen mit Öl abreiben. Da Capsaicin in Öl, nicht aber in Wasser, lößlich ist, ist einfaches Schrubben unter fließendem Wasser relativ uneffektiv.) Jedoch hat Capsaicin nach neuesten Forschungsergebnissen auch die Eigenschaft, Schmerzrezeptoren im zentralen Nervensystem zu besetzen. Somit stellt sich bei vielen Leuten nach dem Genuss von stark capsaicinhaltigen Lebensmitteln eine Art „Flash“ ein, der sich jedoch verschieden äußern kann (laufende Nase, Schweißausbruch, Wohlbefinden, Müdigkeit etc.).
Chili gibt es in den unterschiedlichsten Formen, Farben und Größen, die jeweils unterschiedliche Schärfegrade und Aromen aufweisen. Die Farbe beschreibt den Reifezustand der Frucht und kann von grün (unreif) über gelb, orange bis rot (reif) reichen. Mehr Reife bedeutet in den meisten Fällen auch mehr Süße im Geschmack. Die Schärfe hängt zudem auch von Klima, Bodenbeschaffenheit und Umweltbedingungen ab, unter denen eine Pflanze gedeiht. Versuche haben gezeigt, dass Stress – z.B. zu viel oder zu wenig Wasser - zu einem höheren Gehalt an Capsaicin, sprich zu mehr Schärfe, führen kann.
Hier eine kleine Auswahl der gängigsten frischen Arten:
Und hier ein paar getrocknete Varianten:
Es gibt nicht nur etwa 100 verschiedene Arten der Chili sondern auch etwa 120 verschiedene Schärfegrade, welche in Scoville-Einheiten gemessen werden.
Chillischoten
Wenn man zu scharf gegessen hat, dann ist Wasser zu trinken die wohl schlechteste Wahl. Besser man trinkt Milch oder isst einen Joghurt. Ein Glas Bier geht auch, den Milchfett oder Alkohol löst das Capsaicin vom Gaumen.
Pepperworld - Das Schärfste aus der Welt der Chili Peppers oder
Chili-shop24 - Die schärfsten Produkte der Welt
gewuerzamt.comChillisamen kann man auch auf den eigenen Balkon im Zimmer oder im Garten ziehen. Bei mir wächst er sehr erfolgreich auf dem Balkon. Man sollte sich immer nach einen Kontakt mit Chillis, die Hände waschen
Chilliblüte
|
|
Kyrano meint :...laufende Nase - das ist es, was das Zeug bei mir immer ausloest! Kann peinlich sein. Ich liebe es trotzdem, das scharfe Essen! |
|
kaese meint :Ich dachte das das Capsaicin nicht in den Samen ist, sondern nur dort vo die Samen hindrücken viel Capsaicin entsteht und darum die Samen auch scharf sind. Oder liege ich da falsch? |