
Ein Ausflug in die Deutsche Küchengeschichte so bis in das Jahr 1920:
Biberschwanz, auch Kelle genannt, war zu früheren Zeiten eine Delikatesse. Ein Biberschwanz erreicht eine Länge von bis zu 30 cm; ein Biber selbst wird bis zu 30 kg schwer. Der Schwanz b.z.w. die Kelle wurde gut geschuppt, gereinigt und gewaschen, anschließend in Wasser mit Essig und Salz weich gekocht, herausgenommen und abgetrocknet. Dann wurde er in Ei und geriebenen Brötchen gewendet, mit Butter übergossen und auf den Rost oder in der Pfanne im Ofen braun gebraten. Serviert wurde er mit Zitronenvierteln. Kurioserweise war er von der Kirche auch als Fastenspeise sanktioniert, die den Schwanz des Bibers einer merkwürdigen Logik folgend als Fisch betrachtete. Der Biber durfte aber nur Oktober und November gejagt werden, das ganze übrige Jahr war Schonzeit.
In Québec wird heute noch "Queue de Castor" gegessen. Hierbei handelt es sich allerdings um ein waffelähnliches Gebäck.