
Am bekanntesten ist der Enoki wohl in Japan, denn hier wächst er nicht nur besonders gut, hier werden ihm auch heilende Wirkungen zugesprochen, die von der Stärkung des Immunsystems bis hin zur Linderung von Leberbeschwerden gehen. Durch den hohen Verzehr in Japan, gleich hinter dem bekannten Shiitake, schafft der Enoki es unter die zehn meist verzehrten Pilze der Welt. Neben Japan wächst der Enoki, oder auch Enokitake, verstreut über die Nordhalbkugel. Kalte, winterliche Bedingungen, lassen ihn am besten wachsen. So kann man ihn frühestens ab September und spätestens im April ernten. Voraussetzung ist aber, dass er einmal Frost bekommt, denn erst dadurch wird der Pilz zur Fruchtkörperbildung angeregt. Dass er überhaupt bei Frost wachsen kann, liegt an einem speziellen Eiweiß, das die Zellen davor schützt bei Frost abzusterben.
Die Wildform des Enoki unterscheidet sich in Größe und Farbe von der gezüchteten. Der wilde Pilz ist nicht nur größer, sondern auch farbintensiver. Sein Stiel kann in einem gelblichen Ton bis hin zum Schwarz auftreten. Der Kopf variiert von gelb bis rotbraun. Der gezüchtete Enoki hat einen Kopf von etwa 1 cm Durchmesser und einen Stiel, der etwa 12 cm lang ist. Geerntet wird er in einem „Büschel“, verbunden durch die Wurzeln, die vor dem Verzehr entfernt werden müssen. Die typische Büschel-Form kommt von der Aufzucht in Plastikbehältern. Obwohl er robust gegenüber Frost ist, reagiert er doch sehr sensibel auf Luftveränderungen (z.B. CO2-Gehalt), weshalb die Aufzucht nur unter regelmäßigen, guten Kontrollen gelingt.
Der Enoki hat nur einen leichten nussigen, milden Eigengeschmack. Er eignet sich nicht als Hauptspeise, aber dafür gut als rohe Beilage im Salat oder als dekorative, vielleicht heilende Garnierung. In Japan isst man ihn in Salaten, aber auch in Suppen, Eintöpfen oder als Beilage zu Fleischgerichten. Er wird erst kurz vorm Servieren in die Suppe gegeben, damit er knackig bleibt und sein leichtes Aroma nicht verkocht. Vor dem Kochen muss der Enoki leicht und trocken abgebürstet werden, z.B. mit einer Pilzbürste. Im Kühlschrank kann man ihn etwa eine Woche frisch halten.