Geschichten

Weltweit essen: China

Zhip­ing Song lebt in Shang­hai. Die Küche ihrer Hei­mat­stadt ist von Ein­flüs­sen aus vie­len Län­dern geprägt, da die Hafen­stadt schon immer in regem Kon­takt mit dem Rest der Welt stand. Man geht groß­zü­gig mit Soja­sauce um und kocht weni­ger scharf als in vie­len ande­ren Regio­nen Chinas.

China, Rechteinhaber: Clara Schmidt, Lizenzvereinbarung: Nutzung nur auf Effilee

Der Tag beginnt für Zhip­ing natür­lich mit dem Früh­stück. Da wer­den Bröt­chen gebra­ten, oft gibt es Reis­suppe, manch­mal Rührei. Danach küm­mert sich die 53-jährige ehe­ma­lige Uni­ver­si­täts­leh­re­rin, die mit ihrem Part­ner Andong Yu zusam­men­lebt, um die Vor­be­rei­tun­gen fürs Mit­tag­es­sen. Am liebs­ten kauft sie auf dem Markt ein, da bie­ten viele kleine Händ­ler Gemüse, Fisch und Fleisch an. Zu Mit­tag gibt es immer Fisch oder Fleisch und dazu Gemüse, außer­dem Reis oder Nudeln. Im Moment ach­ten Zhip­ing und Andong auf ihre Gesund­heit, des­we­gen sind die Fleisch– oder Fisch­por­tio­nen klei­ner und die Gemü­se­por­tio­nen grö­ßer als sonst in China üblich. Am liebs­ten mag Zhip­ing Fisch, Krab­ben und Krebse, des­halb gibt es die auch am häu­figs­ten und auf viele ver­schie­dene Arten zubereitet.

Manch­mal kommt die Fami­lie zu Besuch und dann wird aus­gie­big zu Abend geges­sen. Es kom­men min­des­tens vier oder fünf ver­schie­dene Gerichte auf den Tisch und die Män­ner trin­ken Bier oder Wein. Wich­tig für ein fest­li­ches ­chi­ne­si­sches ­Essen sind Farbe, Aroma, Geschmack und dass es heiß auf den Tisch kommt. Zhip­ing kann also erst mit dem Kochen begin­nen, wenn die Gäste schon am Tisch sit­zen. Wäh­rend die ande­ren schlem­men, steht sie dann in der Küche. Das fin­det Zhip­ing aller­dings nicht wei­ter schlimm, ohne Arbeit gibt es eben kein gutes Essen, und sie ist erst glück­lich, wenn die Gäste glück­lich sind.
Die wich­tigs­ten Gegen­stände in ihrer Küche sind ein Brett und ihr schar­fes, chi­ne­si­sches Koch­mes­ser. Da in China mit Stäb­chen geges­sen wird, muss alles schön klein geschnit­ten wer­den, dabei muss man schnell und genau arbei­ten. Zhip­ing ist stolz dar­auf, dass sie sich noch nie im Leben in die Fin­ger geschnit­ten hat.
Sehr gerne geht Zhip­ing mit ihrem Part­ner und der Fami­lie in eines der unzäh­li­gen Restau­rants von Shang­hai. Dort pro­bie­ren sie auch fremde Küchen aus, Zhip­ing lässt sich gerne inspi­rie­ren und kocht auch schon mal was nach. Wenn sie ihren Gäs­ten zu Hause aller­dings ein typi­sches Shanghai-Gericht bie­ten möchte, dann ser­viert sie rot geschmor­ten Schweinebauch.

Text & Foto: Clara Schmidt Redak­tion: Hans Kantereit
22. Januar 2013
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Ein Kommentar

  1. Am 18. Mai 2013 um 19:27 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ein sehr schö­ner Bericht über die Asia­ti­sche Küche. Ich vie­les davon nach­voll­zie­hen den ich habe
    fast 4 Jahre in Thai­land gelebt (gekocht).
    Ihr Web­blog gefällt mir sehr gut.

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