Effilee wird seit Oktober 2008 auf dem deutschsprachigen Markt (Deutschland, Österreich,
Schweiz) vertrieben und erscheint alle zwei Monate. Hervorgegangen ist die Zeitschrift aus dem
gleichnamigen Internetportal, das seit 2004 online ist und bis 2007 Kochpiraten hieß. Herausgeber
des unabhängigen Magazins ist Vijay Sapre.
Vijay Sapre wurde 1962 als Sohn eines indischen Vaters und einer deutschen Mutter geboren. Er
arbeitete unter anderem als Kellner, Taxifahrer, Musikproduzent und Werbetexter, bevor er 1996
zusammen mit einem Freund den Online-Automarkt mobile.de gründete. Was eigentlich nur ein
Experiment sein sollte, entwickelte sich schnell zu einem veritablen Unternehmen mit zweistelligen
Millionenumsätzen und über 100 Mitarbeitern. 2005 wurde mobile.de an Ebay verkauft.
Danach beschloss Sapre, sich ganz seiner Leidenschaft, der Kochkunst, zu widmen. Eine erste
wichtige Station war ein zweiwöchiges Praktikum bei Gutbert Fallert in der Talmühle in
Sasbachwalden, wo er einen Einblick in die Abläufe einer Sterneküche gewinnen konnte. Seither
nutzt er jede Gelegenheit, ein neues Restaurant oder einen neuen Wein kennenzulernen. Sein
Motto dabei: „Man muss sich auf diese Dinge auch einlassen, nicht nur analysieren, sondern auch
einfach mal genießen und sagen: „Lecker!“
2004 gründete Sapre die Internetplattform Kochpiraten, in der nach dem Wiki-Prinzip
Wissensbeiträge über Lebensmittel, Zubereitungstechniken und anderes kulinarisches Wissen
gesammelt wurden. Ende 2007 wurde die Plattform in Effilee umbenannt, zeitgleich mit dem
Beschluss, ein neues Magazin gleichen Namens zu entwickeln. Nach der Produktion eines
Dummys erschien die Print-Ausgabe von Effilee erstmals am 30.10.2008.
Der Claim von Effilee lautet »Magazin für Essen und Leben«, denn Essen und Leben gehören
untrennbar zusammen. Im Heft geht es daher nicht nur um leckere Rezepte, sondern auch um die
Menschen, die das Essen herstellen, zubereiten oder verzehren. Besonderes Markenzeichen sind
die kulinarischen Reportagen – lange Lesestrecken, die über so unterschiedliche Themen wie den
Alltag in einer Sterneküche, eine Hausschlachtung, den Kartoffelanbau in Ecuador, die Esskultur in
Russland oder die Erinnerungen von Demenzkranken ans Essen erzählen. Neben den
Geschichten werden wissenschaftliche Grundlagen erläutert oder auch einfach mal kommentarlos
ein eingedeckter Tisch auf einer Doppelseite abgebildet. In jeder Ausgabe erklärt ein Spitzenkoch
einen seiner Teller, und jedes Mal führt eine opulente Modestrecke hinter die Kulissen eines
Sternerestaurants. Natürlich kommen auch die Rezeptstrecken nicht zu kurz.
Der Begriff Effilee stammt übrigens aus dem Französischen: Als »effilé« wird Geflügel bezeichnet,
das gerupft, aber mit Kopf, Füßen und Innereien in den Handel kommt. In Frankreich ist das noch
häufig anzutreffen. Der Vorteil liegt zum einen in der längeren Haltbarkeit und zum anderen darin,
dass man Rückschlüsse auf die Haltung ziehen kann. Anders als Käfighühner haben Tiere, die im
Freien aufgezogen wurden, nämlich ansehnliche, gesunde Füße.
Effilee Mediadaten
- Erscheinungsweise: zweimonatlich
- Druckauflage: 50.000
- Erstverkaufstag: letzter Freitag im Monat
- Preis: 6,80 Euro
- Umfang: 146 Seiten
- Verlag: Effilee GmbH Hamburg
- Herausgeber / Chefredakteur: Vijay Sapre