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Oishinbo – Japanese Cuisine

Die Koch-Manga-Serie Ois­hinbo ist in Japan ein Bestseller

oshibo2 198x284 Oishinbo – Japanese Cuisine

Nir­gends in der Welt haben Comics ein so hohes Anse­hen wie in Japan: Alle Japa­ner lesen Man­gas, japa­ni­sche Comics. Neben den Science-Fiction-, Lie­bes– oder Action– Comics und den für west­li­che Leser oft schwer ver­ständ­li­chen Fun­nies neh­men die Sach-Comics einen gro­ßen Raum ein. Es gibt Man­gas über Musik, Sex oder Schach, über Golf, Autos oder eben Kochen.

Ois­hinbo, der Gour­met, gehört zu den belieb­tes­ten Koch-Mangas. Es erscheint seit 1983, umfasst mitt­ler­weile 102 Bände und ist mit 1,2 Mil­lio­nen ver­kauf­ten Exem­pla­ren pro Band ein Best­sel­ler. Der US-Manga-Verlag Viz beginnt die erste Aus­gabe in der west­li­chen Welt mit einer Geschichte aus dem Jahr 2006: Die Haupt­fi­gur Yamaoka Shiro, ein Jour­na­list mit dem abso­lu­ten Geschmack und einem enor­men Wis­sen über Essen, soll das ulti­ma­tive Menü zusam­men­stel­len. Dabei strei­tet er sich regel­mä­ßig mit sei­nem Vater, der einen Elite-Gourmet-Club leitet.

Doch die recht bizarre Familien­fehde ist bei wei­tem nicht so inter­es­sant wie die Geheim­nisse der japa­ni­schen Küche, die bis ins kleinste Detail erklärt wer­den. Im ers­ten Band erfährt man unter ande­rem, wie man per­fek­ten Reis kocht (man sor­tiert die Kör­ner nach Größe und Form) und wie man nach dem Essen den wah­ren Fein­schme­cker erkennt (seine Ess­stäb­chen sind nur an der äußers­ten Spitze ein wenig feucht). Die Fol­ge­bände haben alle Schwer­punkt­the­men, unter ande­rem geht es um Sake, Reis, Fisch oder Nudeln. Beim Lesen ver­steht man dann auch, wieso sich Japa­ner mit so vie­len Sachen so gut aus­ken­nen: Sie haben das alles aus Comics.

Tetsu Kariya & Akira Hana­saki, Ois­hinbo. Japa­nese Cui­sine, Viz 2009, ca. 10 Euro

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Text: Peter Lau

aus Effi­lee #8, Januar/Februar 2010

14. Dezember 2009
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Mor­gen Mit­tag muss ich mich mit einem Arbeits­kol­le­gen in unse­rer Zweig­stelle in Hemme tref­fen. Er will mir unbe­dingt per­sön­lich seine Ana­lyse der Mar­ke­ting­si­tua­tion vor Ort vor­stel­len. Was kann ich tun, außer den Ter­min zum drit­ten Mal zu verschieben?

»Öfters sind wir in dem Falle, dass uns durch Gesprä­che Lan­ge­weile gemacht wird. Ver­nunft, Vor­sich­tig­keit und Men­schen­liebe gebie­ten uns dann, wenn nun ein­mal nicht aus­zu­wei­chen ist, Geduld zu fas­sen und nicht durch belei­di­gen­des Betra­gen unsern Über­druss zu erken­nen zu geben. Man kann ja, je see­len­lo­ser das Gespräch und je geschwät­zi­ger der Mann ist, desto freier neben­her an andre Dinge den­ken; und wäre auch das nicht – ei nun! Es geht im mensch­li­chen Leben so man­che ver­träumte Stunde ver­lo­ren! Ist man denn nicht einige Auf­op­fe­rung der Gesell­schaft schul­dig, mit wel­cher man umgeht?«

Adolph Freiherr Knigge:
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