
Erik Merten ist Weintrinker aus Leidenschaft, HSV-Fan und Sommelier
Das Schreiben über Wein beinhaltet so oft die Suche nach unbekannten Weinen, dass man die Klassiker gelegentlich aus dem Auge verliert. Ein solcher Klassiker ist der traditionelle Châteauneuf du Pape der Domaine de la Janasse, die seit 1967 von der Familie Aimé Sabon geführt wird. Die Assemblage der Cuvée Tradition wird von etwa 80 Prozent Grenache bestimmt, welcher in den kühleren Lagen des 50 Hektar großen Weinguts wächst. Nur dort findet Grenache die perfekte Balance zwischen Sanftheit und Kraft. Vermählt mit Syrah und Mourvedre findet sich ein Gebilde, das bei aller Wucht und Würze durch seine Feinheit besticht. Geschmeidige, weiche Tannine und Aromen, die von schokoladigen Momenten über Kaffeenoten zu Zwetschgenkompott wechseln, sorgen dafür, dass dieser Wein im Glas nicht eindimensional wird.
Die Châteauneufs von Janasse wirken nie fett oder überextrahiert, auch wenn sich dieser Châteauneuf du Pape mit 14,5 % Alkohol nicht gerade bedeckt hält.
Universell einsetzbar wäre wohl die passende Umschreibung, wenn es darum geht, dazu die richtigen Speise zu finden: Gebratene Steinpilze (so gute wie in diesem
Jahr gab es schon lange nicht mehr), geschmorte Kalbsbacke oder, wer es denn mag, Kalbsnierchen und Bries in einer Senfsauce. Sogar mit einer Gänseleberterrine mit leicht scharfem Birnenchutney ginge die Cuvée Tradition Hand in Hand.
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