Koch

Petzold, Andreas

And­res Pet­zold ver­spricht: »Ich mache Geschmack sichtbar!«

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In Andreas Pet­zolds Ess­werk­statt wird Genuss als eigen­stän­di­ger Wert betrachtet

Akti­ons­künst­ler (Künst­ler­name: PAN), Eat-Art-Performer, Genuss­in­ten­dant, Schau­spie­ler, Mode­ra­tor und Päd­agoge: Her­kunft, Wer­de­gang und aktu­elle Tätig­kei­ten von Andreas Pet­zold, 1951 in Chem­nitz gebo­ren, bil­den eine Mischung mit reich­lich krea­ti­vem Poten­zial. Eine Kon­stante aber lässt sich immer aus­ma­chen: die Kuli­na­rik. »Meine Mut­ter war Köchin; ich wuchs in einer alten Bahn­hofs­gast­stätte und in der Küche einer Minis­te­ri­ums­kan­tine auf. Hier muss etwas kon­di­tio­niert wor­den sein.«

Wie sich Ler­nen und Ver­fei­nern auf die eigene Küchen­pra­xis nie­der­schla­gen, zeigt die Geschichte eines ein­fa­chen Gerichts, mit dem Pet­zold seine Koch­tä­tig­keit begann: »Als Kind habe ich immer gern Spa­ghetti in But­ter ange­bra­ten und dann dünne Strei­fen Schin­ken und Ei unter­ge­ho­ben. Heute ist die But­ter gegen feins­tes Oli­venöl nativ extra aus­ge­tauscht, die Pasta kommt von klei­nen Manu­fak­tu­ren mit gutem Hart­wei­zen, die Bron­ze­for­men ver­wen­den. Der Schin­ken kommt aus dem Pie­mont, und ein Hauch frisch gerie­be­ner, zer­ti­fi­zier­ter und gereif­ter Par­mi­giano Reg­gia­nos run­det das Ganze ab.«

Aus der Praxis

Als Bin­de­glied zwi­schen Kuli­na­rik und Hap­pe­ning ist für Andreas Pet­zold sein klei­nes Lap­top »als Koch­buch und Arbeits­grund­lage« unver­zicht­bar. Wenn es ernst wird, sind dann ein schar­fes Mes­ser und der »völ­lig ver­rührte und ange­brannte« Holz­koch­löf­fel sei­ner Schwie­ger­mut­ter unverzichtbar.

Pet­zolds Para­de­ge­richt ist der­zeit Zwei­er­lei vom Dorsch mit Senf-Meerrettich-Kruste auf gelb-grüner Toma­ten­salsa mit Schafs­käse. Unent­behr­lich in der Küche: das »mög­lichst beste« Olivenöl.

Da Pet­zolds Tätig­keit von der Inter­ak­tion, vom Aus­tausch lebt, schätzt er beson­ders gute, lust­volle und kri­ti­sche Esser, die auch nach dem »Woher, Womit und Wie« fra­gen. Hin­ge­gen: Wer zu spät kommt und/oder kein Feed­back gibt, ver­är­gert ihn.

Per­sön­li­ches

Zu sei­nen beruf­li­chen Koope­ra­ti­ons­part­nern geht Pet­zold auch pri­vat gern essen. Da hierzu unter ande­rem Harald Schmitt zählt, der Gas­tro­no­mie­di­rek­tor im Hotel Nas­sauer Hof (Wies­ba­den), hat er gleich drei Wahl­mög­lich­kei­ten: Die »Ente«, das »Enten­bis­tro« und die »Orangerie«.

Von Gerd M. Eis, dem ehe­ma­li­gen Küchen­chef der »Ente«, stammt Pet­zolds Leib­ge­richt: Zitro­nen­gras­suppe. Ansons­ten isst er aber »alles, was gut ist. Manch­mal habe ich rich­tig Hun­ger auf schwä­bi­schen Rost­bra­ten mit Kar­tof­fel­sa­lat und geschmelz­ten Zwie­beln und sehr dunk­lem Fond.«

Inspi­ra­tion zieht Andreas Pet­zold von vie­len Kon­tak­ten mit Köchen. »Die Zusam­men­tref­fen mit Johann Lafer und Eck­art Wit­zig­mann haben mich stark moti­viert. Meine stän­di­gen Beglei­ter und För­de­rer sind wei­ter­hin Harald Schmitt, Gerd M. Eis und Klaus Wein­gartz.« Und unbe­dingt auf die Seite der Koch­pi­ra­ten gehört nach sei­ner Mei­nung Juan Ama­dor aus Langen.

Sta­tio­nen und Projekte

  • Stu­dium der Kunst und Visu­el­len Kommunikation
  • Lei­ter der Abend­re­al­schule Wies­ba­denARS
  • Küchen­prak­tika an der Côte d’Azur
  • Aus­stel­lungs­pro­jekte im In– und Ausland
  • Freier Mit­ar­bei­ter für das Restau­rant »Die Ente vom Lehel« (Hans-Peter Wodarz), spä­ter »Die Ente« im Hotel Nas­sauer Hof/Wiesbaden
  • Eurotoques-Botschafter des guten GeschmacksWK
  • 2003 — 2006 Genuss­kon­zepte für Schu­len GGG UGBUGBUGB Schule&Essen
  • Kuli­na­ri­sche Bei­träge WT HR3 Schlem­mer­reise HR3 Bil­der­bo­gen
  • 1991 Andreas Pet­zold auf den Spu­ren von Daniel Spo­erri mit Johann Lafer
  • 1992 FR:Pasta macht Pet­zolds Pisa-Projekt perfekt!
  • 1993 VIF Gour­met­jour­nal 6/93 »Der inter­na­tio­nal bekannte Akti­ons­künst­ler PAN ver­übte wäh­rend der ITB ein Kunst­at­ten­tat auf die Hotelküche«
  • 2000 Eat-Art-Performance »Die Metz­ge­rei als Kunstraum«
  • 2001 Ear-Art-Performance »Zum Nach­tisch gabs Jawlensky«
  • 2002 Eat-Art-Performance »Wer nicht kochen will, fliegt raus.Menüs für die Fluxuskantine
  • 2007 Eat-Art-Performance „Seht und schmeckt“ – Lite­ra­ri­sches, Künst­le­ri­sches und Kuli­na­ri­sches zum Thema „Abend­mahl“ im Rah­men der lan­gen Nacht der Museen
  • 2007 Im Kopf und im Topf Andreas Pet­zold kocht ein Menue für Joseph Beuys und Maria
  • 2008 Eat´n Style Schlem­mer­messe
  • 2008 Spei­se­kar­ten­aus­stel­lung Spei­se­kar­ten Speisekarten
  • 2009 Neue kuli­na­ri­sche Vor­le­sun­gen und Eat-Art-Konzepte mit Essig&Öl
  • Din­ner for MomDfM
  • Din­ner im Watt Menü im Watt
  • Sep­tem­ber 2009 Eat-Art-Performance zur Daniel Spo­erri Aus­stel­lung »Eaten by »- Lange Nacht der Museen Koblenz Lange Nacht
  • Juli 2009 Bei­trag im HR Film »Städte der Genüsse-Wiesbaden«
  • Okto­ber 2009 Fast­FoodS­low — EatArt­Per­for­mance auf der Buch­messe in Frank­furt GourmetGallery
  • Juni/Juli 2010 Kolumne »So isst der Geg­ner« für den Wies­ba­de­ner Kurier So isst der WM Gegner
  • Juli 2010 Menü im Watt — Din­ner for Mom mit dem NDR (Hör­funk) anläß­lich einer Sen­dung zum Muttertag

Mit sei­ner Ess­werk­statt greift Pet­zold nun den Trend auf, dass Genuss zuneh­mend als eigend­stän­di­ger Wert betrach­tet wird, gerade auch im Zusam­men­hang mit der Rück­be­sin­nung auf tra­di­tio­nelle For­men. Pet­zold selbst beschreibt die Ess­werk­statt als »Denk– und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ort rund ums Essen und Trin­ken, das zusätz­lich unter his­to­ri­schen, dekorativ-ästhetischen, künst­le­ri­schen, tech­ni­schen und sozia­len Gesichts­punk­ten betrach­tet wer­den soll. Dazu geht es natür­lich auch ganz handfest-genießerisch ums Kochen, Pro­bie­ren, Schme­cken, Hören, Füh­len, Tas­ten, Expe­ri­men­tie­ren und Verköstigen.«

Aktu­elle Auszeichnungen

  • 2008 2. Platz beim Outdoor-Cooking-Masters in Wies­ba­den Out­door Cooking
  • 2005 Mit­glied im Sie­ger­team der 1. Outdoor-Cooking-Challenge Gewinn­er­menü
  • 2005 Dr.-Rainer-Wild-Preis für Gesunde Ernäh­rung (Preis­trä­ger: Sophie-und-Hans-Scholl-Schule Wies­ba­den) Gesunde Ernäh­rung
  • 2003 Repor­ta­gen über seine Arbeit im Fein­schme­cker und im Slow Food-Magazin

Kon­takt

Ess­werk­statt
Nie­der­wald­strasse 3
65187 Wies­ba­den
Tele­fon: +49 (0)611 / 9310924
info@esswerkstatt.de

31. August 2006
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