
Das britische Restaurant Magazin ermittelt jedes Jahr die Top 50 Restaurants weltweit. Juroren sind insgesamt 600 Köche, Journalisten und andere Gourmets. Wenn irgendwo vom 'Besten Restaurant der Welt' die Rede ist, bezieht man sich eigentlich immer auf dieses Ranking; den ersten Platz nimmt in der Regel das Bulli ein, den zweiten in den letzten Jahren zumeist das Fat Duck.
Das erste Amuse Guele: Dänischer Wein und dänisches Design Das drittbeste Restaurant der Welt, glaubt man dieser Liste, ist das Noma in Kopenhagen. Der Chef, René Redzepi ist gerade mal 32 Jahre alt und hat unter anderem im Bulli und in Thomas Kellers French Laundry gearbeitet und führt hier eine konsequent eigene und souveräne Küche. In dieser Hinsicht im Übrigen zu vergleichen mit dem Essigbrätlein.
Kristian Ditlev Jensen hatte es auf sich genommen, einen Tisch zu organisieren, was bei derart bewerteten Lokalen selten einfach ist. So saßen wir an einem wunderbaren Spätsommermittag in Christianshavn und ließen uns beeindrucken.
Im Restaurant sind, wenn ich richtig gezählt habe, nur drei Servicekräfte. Das funktioniert, weil die Köche selbst - davon gibt es um so mehr - die Gänge zum Gast bringen, die sie gerade fertiggestellt haben. Redzepi selbst macht da keine Ausnahme; er trägt keinerlei Insignien seiner Position und ist ja auch kaum älter als seine Köche, so dass man schon wissen muss, wie er aussieht, um ihn zu erkennen.
Ein Cracker mit einer hauchzarten Scheibe Speck belegt, auf die getrocknete schwarze Johannisbeeren gestreut werden
Wachtelei, warm geräuchert
Hühnerhaut, Käsecreme, Schwarzbrot
Möhre und Radieschen in einer Kräuteremulsion bedeckt mit Schwarzbrotkrümeln
Kräuterbrot mit Essigpulver
Eine weitere großartige Idee: Für jene, die keinen Alkohol trinken wollen, gibt es ein Juice-Menu, bzw. sogar 'Korrespondierende Säfte' hier: Gurke
Marinierte Rote Bete mit einer heimischen Brombeerart (versteckt sich ein bißchen) verschiedenen Samen und Büten auf Stachelbeervinaigrette. Das schmeckt zunächst ganz zart nach Roter Bete, die Samen sind teilweise scharf, teils richtig bitter. Ein Feuerwerk!
Tintenfisch von der Dänischen Westküste mit Dill-Öl, Sahne und Johannisbeergranité
Taschenkrebs mit Gelee vom Muschelsud und 'Beach Mustard', den sie zweimal in der Woche selbst am Strand suchen
Tatar mit Klee, Wacholder und einer Estragonemulsion. Diesen Gang essen wir mit den Fingern
Die beste Langustine, die ich je gegessen habe. Auch die essen wir mit der Hand, die Pocken auf dem Stein sind aus einem sehr intensiven Austernschaum, darauf ein paar Brotkrümel und ein lila Algenpulver
Mit Tee gedämpfter Spinat, weisse Johannisbeeren, Sellerie, Dill, Äpfel und eine Soße vom Priesterkäse
Unter dem Muschelschaum und den Brotkrumen verbirgt sich pochierte Königskrabbe mit in Asche gegartem Lauch
Zwiebeln: in der Mitte ein Confit mit Käse, verschiedene gedämpfte Zwiebeln auf einem Zwiebelsud mit Sago
Marinierte Gemüse mit Kräutern, Blüten und Ochsenmark
Fleisch: Moschusochse, der mehr mit der Ziege als mit dem Rind verwandt ist, Kresse sowie Lauch und eine winzige Gurke (im Vordergrund rechts), die leicht verkohlt sind. Links das weisse ist Milchhaut mit Knoblauch
Das Vordessert: Gurkensorbet (nur frisch, nicht süß), Schafsjoghurt, Estragonmeringue
Walnusseis mit gefrorener Milch und gefrorener Sahne
Blaubeeren, Croutons, Fichtengranité, Sahne, Kräuter und Meringue
Zum Abschluß Kaffee: Auch den gibt es konsequent nur in der Dänischen Variante, also gepreßt. Kein Espresso, kein Cappucino. Alles so selbstverständlich, so reduziert, so präzise, wie es nur sein kann.
Anschließend waren Kristian und ich noch in einer wundervollen kleinen Bar in der Fortunstraede. Redzepi zählt hier gelegentlich zu den Gästen. "Der setzt sich hin und sagt: 'Jetzt wäre mir nach einem Schwedischen Waldboden'" Das passt!
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KaffeeDramatiker meint :Jetzt aber! Nun weiß ich, dass ich unbedingt Kuba besuchen möchte, wegen Rum, wegen Puros, Musik und Kaffee und weil ich mich Kubaner immer fühlte; dass ich Schottland wieder besuchen möchte, wegen Whiskey, Golf und ihre Landschaft; dass ich Japan wegen Noh-Spiele, alter Kaffee und die Ästhetik und Kultur besuchen möchte; und dass ich nun auch Dänemark, nicht nur wegen Sören Kierkegard - ein denkender Hedonist - besuchen muss. |
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Energy88 meint :Der Sonntagabend (Sonntagabendflau - Gefühl, kennt das noch Jemand?)war gerettet, dank Vijay Sapre und diesen alles übertreffenden, wunderschönen Bildern! Nahezu ohne Lust und gänzlich ohne Erwartungen öffnete ich die Efilee - Blogseite! Sofort war ich munter! Sensorisch hellwach! Eine ästhetische Bildserie - auf den Punkt gebrachte Beschreibungen! Danke! In Schweden habe ich eine kleine Zeit gelebt und mich damals in das Design verliebt-in unserem Haushalt gibt es eine Menge skandinavisches Design. Aber noch keine Stein - Teller! Jetzt habe habe ich an die saisonunabhängige gute Fee schon wieder Wünsche: einen Sonntagabend in Kopenhagen im Restaurant Noma und genau dieses Geschirr! Die Fee treffe ich bestimmt bald! Bis dahin hätte ich gerne den "Tartar mit Klee" als temporäres Küchenbild! |
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Manuel Santana meint :Danke für die Inspirationen! Wirklich, einfach nur wunderbar!! |
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Vijay Sapre meint :Das Menü hat ohne Wein übrigens 1295 Dänische Kronen gekostet, das sind umgerechnet 173 Euro. Wasser oder Kaffee tauchte auf der Rechnung gar nicht auf. Die sehr empfehlenswerte Bar wo Herr Redzepi auch gelegentlich hingeht heisst |
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katha_esskultur.at meint :da waren wir offenbar ganz kurz nacheinander dort... |
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Eline meint :katha, ich dachte schon, diese Bilder sind von dir ;-) |
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katha_esskultur.at meint :ich ganz kurz auch ;-) |
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Vijay Sapre meint :In der Tat, den Eindruck könnte man gewinnen. Vielleicht sollte man sich das nächste Mal absprechen und gleich gemeinsam hingehen? |
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Hühnerklein meint :wahnsinn. absoluter wahnsinn. |
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Imtiaz Alikhan meint :Ein Fest für die Augen und ein Genuss für die Seele. Danke! |
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KaffeeDramatiker meint : |
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BerlinKitchen meint :Ich war letztes Jahr mit dem dt. Winzer KP Keller im NOMA. Hier ein paar Photos: |
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hedon meint :weil es fuer sinnlichen genuss nie zu spaet ist: ein absoluter augen- und gaumenschmaus! kann mich nicht erinnern, ausserhalb asiens jemals eine animierendere verbindung von natuerlichkeit und heilsversprechen gesehen zu haben... |
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