
Dicke Bananen?
Vorhin habe ich gerade den Artikel
Besser als Bio gelesen. Bereits zum zweiten Mal! Schon in der Heftausgabe hat er mir super gefallen!! Er Inspirierte mich zum Aufschreiben meiner Erlebnisse der letzen Tage:
Ich bin nun neu seit zwei Wochen in der Dominikanischen Republik als Küchenchef in einem Gourmetrestaurant tätig. Die letzten drei Wochen(Morgen ist die Wiedereröffnung nach den Betriebsferien) verbrachte ich vor allem mit Recherchen, was für Lebensmittel ich hier im Land kriegen kann. Es war eine sehr lehrreiche Zeit!
Beim Gemüsehändler
Ich fuhr mit meinem Gemüselieferanten zum vier Stunden entfernten Gemüse-Markt in San Francisco de Macoris (nur so habe ich ein ungefähres Bild von dem ganzen möglichen Angebot), fuhr mit ihm nach Constanza (dem Früchte-Zentrum, wo alle Kleinbauern ihre Wahre anbieten), verbrachte zwei super stressige Tage in Santo Domingo, wo ich von einem Grossmarkt zum anderen unterwegs war. Ich verbrachte Stunden mit Diskusionen mit den Fischern (unter anderem weil sie mir den Hummer nicht lebendig liefern wollen!) und mit meinem Deutschen Metzger, welcher mir erst nach dem zweiten Bier hygienisch einwandfreie Wahre garantierte!
Grundsätzlich hab ich in den letzten Wochen etwas gelernt: Hier ist zwar alles BIO, nur ist hier nichts deklariert! (Es käme auch nur Inhabern der Supermärkte in den Sinn!!) Die Fischer gehen in Nussschalen raus und der Bauer arbeitet grossenteils noch mit Esel oder Pferd. Daraus ergeben sich für mich mehrere Probleme: Einerseits macht es das enorm schwierig eine Karte zu schreiben, da vielmals Produkte nicht immer erhältlich sind –sei es nun wegen dem schlechten Wetter, oder weil halt nicht immer Saison ist! Andererseits ist es aber auch so, dass man, wenn der Fischer mal einen speziellen Fang macht, man halt den ganzen Fisch nehmen muss. So hab ich beispielsweise vor drei Tagen einen 60 kg grossen Marlin und einen 30kg grossen Yellowfin Thunfisch bekommen; die Langusten welche ich aber seit einer Woche lebendig will, habe ich bis heute noch nicht bekommen! Da heisst es dann immer mal wieder „mañana“!
Marlin
Grössenrelationen!
Das ist hier auch Teil des Lebens, kein Einheimischer würde es auch nur im Geringsten anprangern, wenn mal ein Produkt oder Gericht nicht erhältlich ist(das kommt nur den Touristen in den Sinn!). Denn hier weiss man noch, dass die Natur einem nicht immer alles zur benötigten Zeit gibt! So ist die Natur halt!
Nun verstehe ich auch was ein gutsituierter Mexikanischer Freund mir vor Jahren einmal in San Miguel de Allende erklären wollte. Er sagte mir, dass er es lustig finde, wenn die Europäer und die Amerikaner in den Lateinamerikanischen Ländern immer wieder Angst vor Bakterien und wegen der Hygiene hätten. Ihm ginge es in Europa teilweise ähnlich, nur aus einem ganz anderen Grund: Er fürchte sich nicht vor Bakterien oder wegen der Hygiene, sondern viel mehr von den naturfernen Anbau- und Verkaufsmethoden! Irgendwie verstehe ich langsam was er meint!
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Maike Steenblock meint :Schöner Bericht und tolle Bilder! Vermutlich muss man für die Dominikanische Republik eine gehörige Portion Organisationstalent mitbringen, lebt aber viel gelassener. Hier in Europa war vor wenigen Generationen ja auch noch alles "Bio", ohne dass sich irgendjemand darum Gedanken gemacht hätte. Einfach, weil es nichts anderes gab. |
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Eline meint :Ein interessanter Bericht. Wünsche alles Gute im neuen Job! Früher war bei uns alles Bio oder in armen Ländern ist alles Bio? Das stimmt sicher in dieser Vereinfachung nicht. Gerade vor 30, 40 Jahren wurde in der mitteleuropäischen Landwirtschaft auf Teufel komm raus gespritzt und gedüngt und DDT und andere gefährliche Stoffe stand auch bei manchem Hobbygärtner und Selbstversorger in der Gartenhütte. Und in Marokko und Ägypten wird nach wie vor Klärschlamm aus Südeuropa auf Fenchel- oder Erdbeerfelder aufgebracht. |
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Manuel Santana meint :@Maike: Danke für das Kompliment! Organisationstalent braucht man wirklich, und eine gehörige Portion Nerven und Improvisationstalent! Dafür hab ich aber seit ich hier im Land bin, nie mehr einen Wecker gebraucht, nicht einmal am Tag der Eröffnung! Das ist, glaube ich, im Jahre 2010 nach Christus ein wahrer Luxus! :) @ Eline: Ich glaube es kommt nicht ausschliesslich auf den Ort und auch nicht allzu sehr auf die Zeit drauf an, sondern was sich in der westlichen Welt die letzten Jahre zum Negativen verändert hat, ist die Grösse der landwirtschaftlichen Betriebe. Damit auch die Sorgfalt und den Respekt dem Lebensmittel gegenüber. (Damit will ich auf keinesfalls Rechtfertigen was heute in Marokko abgeht noch was für Berge an Gift in den 70er und 80er Jahren auf unseren Feldern gelandet ist!) |
fressack hat die Frage Tierquälerei..... Ja oder Nein??!! beantwortet.
Azubi-Koch2008 hat die Frage Tierquälerei..... Ja oder Nein??!! beantwortet.
KaffeeDramatiker hat die Frage Welche und wo ist die Currywurstbude Nummer 1 in Berlin? gestellt.
KaffeeDramatiker hat die Geschichte Input / Folge 35 kommentiert.
hanswurst hat das Rezept Bärlauch-Spaghetti mit Bacon und Spiegelei kommentiert.
fressack hat den Wissensbeitrag Bratkartoffeln (radikal) kommentiert.
hanswurst hat den Wissensbeitrag Bratkartoffeln (radikal) kommentiert.
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